Ribéry: Noch ein übler Tritt gegen Guardiola

Was hat der katalanische Trainer dem französischen Star in München bloss angetan?

Waren mit ihren Ansichten nie auf Augenhöhe: Franck Ribéry (l.) und Pep Guardiola.

Waren mit ihren Ansichten nie auf Augenhöhe: Franck Ribéry (l.) und Pep Guardiola.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Franck Ribéry und Pep Guardiola, der die Bayern zu Manchester City verlässt, werden wohl kaum noch Freunde. Kaum war der neue Trainer Ancelotti da, trat der Franzose im «Kicker» gegen Guardiola nach. Er fühle sich frei und voll motiviert, Ancelotti sei ein Geschenk für den Verein, sagte der 33-Jährige.

«Unter Ancelotti spüre ich endlich wieder Vertrauen, er ist ein grossartiger Trainer. Ich brauche Menschen wie ihn, Jupp Heynckes oder Ottmar Hitzfeld.» Mit Ancelotti könne der Club Grosses schaffen. Was Ribéry damit meinte, aber nicht aussprach: Guardiola schaffte in drei Jahren nicht das, was sein Vorgänger Jupp Heynckes erreicht hat: nämlich das Triple zu gewinnen. Damals notabene mit Franck Ribéry.

«Guardiola hat wenig Erfahrung»

Als wenn es nicht schon genug wäre. Ribery kann es offenbar einfach nicht lassen. Gleich zu Beginn der USA-Tournee der Bayern versetzte er Guardiola gleich noch einmal einen Tritt. In Chicago setzte der Franzose gegenüber den Medien gleich noch einen drauf. «Pep hat noch keine lange Karriere als Trainer gehabt. Er ist ein junger Trainer, mit wenig Erfahrung», erdreiste sich Ribéry zu sagen. Ancelotti sei hingegen lange dabei und komplett anders.

Der neue Coach der Bayern wisse, wie man mit grossen Spielern umgehe. «Ich brauche nicht, dass man mir auf dem Platz sagt: Mach so und so. Ich muss frei sein auf dem Platz. Und ich brauche auch persönlichen Kontakt, mal einen motivierenden Klaps.» So sei das bei Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes gewesen. Und auch Ancelotti sei cool.

Ribérys schlechtes Gedächtnis

Mit grossen Spielern meint Ribéry vor allem sich selbst. Und wenn er sagt, Guardiola sei ein junger Trainer mit wenig Erfahrung, urteilt er über einen Mann notabene, der mit dem FC Barcelona in vier Jahren insgesamt 14 Titel, wovon zweimal die Champions League gewann.

Offenbar wird Ribéry auch mit 33 Jahren nicht weiser und hat wohl auch vergessen, dass ihm Guardiola auch nach langen Verletzungspausen immer wieder eine Chance gegeben hat und er selbst unter dem Katalanen dreimal deutscher Meister sowie einmal Pokalsieger geworden war und immerhin dreimal in den Halbfinals der Champions League stand.

DerBund.ch/Newsnet

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