Renato Steffen trifft mitten ins YB-Herz

30'000 Basler Fans feiern im St.-Jakob-Park das 2:0 im Spitzenspiel – und einen früheren Berner Spieler.

Renato Steffen kam, sah und traf zum 2:0 für den FC Basel.

Renato Steffen kam, sah und traf zum 2:0 für den FC Basel.

(Bild: Keystone)

«Oh, es send scho 17 Pöngt», sangen die Basler Fans und stimmten sich schon mal auf den 7. Meistertitel in Serie ein.Entschieden war die Schweizer Meisterschaft natürlich schon lange vor ­diesem Duell zwischen dem Ersten und dem Zweiten.

Dennoch kamen 31?642 Zuschauer in den St.-Jakob-Park, so viele wie nie mehr in der Liga, seit YB letztmals in Basel aufkreuzte. Die meisten waren gekommen, um die Basler gegen die Young Boys siegen zu sehen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Nach 72 Minuten und beim Stand von 1:0 für den FCB fand Basels Trainer Urs Fischer, es sei nun Zeit für Renato Steffen, und schickte ihn für Matias ­Delgado ins Spiel.

Der Aargauer hatte in der Winterpause von YB zu Basel gewechselt, was nicht nur bei den YB-Fans für Unmut sorgte, sondern auch bei den FCB-Fans kontrovers diskutierte wurde. Bei seinem ersten Auftritt in Rot-Blau am 7. Februar gegen Luzern schallten ihm von der Muttenzer Kurve gellende Pfiffe entgegen.

Nun wurde sein Erscheinen umjubelt. So schnell wechseln Fans die Meinung. Dafür pfiffen die YB-Anhänger.

Vom Buhmann zum Gefeierten

Es passt zu diesem Spiel und irgendwie auch zu YB, dass ausgerechnet Steffen in der Nachspielzeit bei einem Konter das 2:0 für den FCB erzielte, mustergültig serviert von Embolo.

Nach dem Spiel tauschte Steffen mit seinem früheren YB-Kumpel Florent ­Hadergjonaj das Leibchen, liess sich mit seinen Mannschaftskameraden von der Muttener Kurve feiern und verschwand danach im Schlund des Stadions für den Interview-Marathon vor den Journalisten.

«Das Tor war für mich eine ­Erleichterung», strahlte Steffen. «Nicht weil ich es gegen meinem ehemaligen Verein erzielt habe, sondern weil es die Entscheidung in diesem Spiel war.»

Er sei sehr motiviert gewesen für ­diese Partie. «Es ist bei mir manchmal ein schmaler Grat zwischen übermotiviertem und untermotiviertem Auftreten», sinnierte er. «Aber heute habe ich das gut hingekriegt.»

Nicht nur auf dem Fussballplatz, auch vor Journalisten muss man mit allem rechnen: «Wie würden Sie das Tor beschreiben, wie einen Orgasmus?», fragte ein «Blick»-Reporter. Steffen gab sich gelassen und antwortete: «Vielleicht nicht so intensiv, aber es ist auch mit Kribbeln verbunden.» Nun denn, dann hätten wir auch das geklärt.

Der Bund

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