Reals grosser Sieg im Klassiker

Real Madrid sorgt mit einem 2:1-Prestigesieg im Clásico beim FC Barcelona für eine Vorentscheidung im Kampf um die spanische Meisterschaft.

Auf Titelkurs: Vorlagengeber Mesut Özil (l.) und Torschütze Cristiano Ronaldo freuen sich über den grossen Sieg in Barcelona.

Auf Titelkurs: Vorlagengeber Mesut Özil (l.) und Torschütze Cristiano Ronaldo freuen sich über den grossen Sieg in Barcelona.

(Bild: Keystone)

Mit der Niederlage im Cupfinal vor bald einem Jahr hatte Barcelonas Coach Josep Guardiola leben können. Sein erst zweiter Fehltritt in einem Clásico während seiner Amtszeit wird der frühere Verteidiger weniger gut verkraften. Die Spuren des 1:2 sind in den verbleibenden vier Runden nach sportlichem Ermessen nicht mehr zu verwischen.

Ein zweites Mal wird Real den Vorsprung von sieben Punkten kaum mehr verspielen – zu stabil ist das Ensemble von José Mourinho. Von der Rückkehr auf den spanischen Fussballthron sind die Madrilenen nach einer knapp vierjährigen Leidenszeit wohl nicht mehr abzuhalten.

Fragen wirft hingegen der Champions-League-Sieger auf. In einer Partie ohne die üblichen Gehässigkeiten wirkten die Superstars der Gastgeber müde und matt. Lionel Messi, der wirkungslose Weltfussballer, spielte wie bereits in London am letzten Mittwoch für seine Verhältnisse bestenfalls eine Nebenrolle.

Cristiano Ronaldos 42. Treffer

Die Begegnung der europäischen Top-Clubs war lange nur im Sinn von Real verlaufen. Valdés, der Keeper der Einheimischen, liess einen Kopfball Pepes abprallen, Puyol zögerte einen Sekundenbruchteil, ehe Khedira den Ball über die Linie schob. Barça trat auf wie zuletzt in der Champions League gegen Chelsea (0:1) – optisch überlegen, mehrheitlich im Ballbesitz, aber ohne die Ausstrahlung und den unwiderstehlichen Druck wie an besten Tagen.

Und selbst nach dem Ausgleich von Joker Sánchez fand das Team mit den vielen Weltmeistern den Tritt nicht richtig. Wenige Sekunden später handelte sich der FCB gar erneut einen Rückstand ein. Cristiano Ronaldo profitierte von einem wunderbaren Pass des deutschen Spielmachers Mesut Özil und verschaffte den Gästen mit seinem 42. Meisterschaftstor den entscheidenden Vorteil. Für Barça endete auch die zweite kapitale Partie innerhalb weniger Tage mit einer schweren Enttäuschung und der ersten Niederlage vor eigenem Publikum in dieser Saison. 23 von 25 Spielen hatten die Katalanen im Camp Nou fast ausnahmslos deutlich gewonnen; in allen Wettbewerben umfasste die Serie der Ungeschlagenheit zu Hause sogar 54 Partien.

Mourinhos Einfluss

Die Rivalität zwischen den beiden Giganten der Primera División ist unbeschreiblich gross. Das Klima hat sich in jüngster Vergangenheit vergiftet – auch deshalb, weil Reals Coach José Mourinho keine Chance ausgelassen hatte, teils abstruse Verschwörungstheorien zu konstruieren. Der Trainer der Madrilenen bezichtigte die Schiedsrichter mehrfach, den FC Barcelona zu bevorzugen.

Mourinho hätte seine verbalen Vorstösse im Prinzip gar nicht nötig. Seit seiner Ankunft in Madrid hat sich das Gesicht der Künstler gewandelt. Sie beherrschen inzwischen alle Facetten. Defensiv ist Real kaum einfach auszumanövrieren, und in der Offensive hat das Team neue Massstäbe gesetzt: 109 Treffer in 34 Spielen stehen wie nichts anderes für die königliche Qualität der Königlichen.

si

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