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Philipp Degens neuer Anlauf im Westen Englands

Der 25-jährige Baselbieter gehörte gegen Atletico Madrid nach seiner Verletzungspause erstmals wieder zum Kader. Jetzt drängt er auf Einsätze - in Liverpool und in der Nationalmannschaft.

Philipp Degen hoffte, als er früh die Anweisung bekam, sich warmzulaufen. An der Anfield Road war Atletico Madrid in der Champions League zu Gast, ein zäher Gegner für Liverpool an diesem Dienstagabend, an dem der 25-jährige Schweizer nur Reservist war. Wobei das für ihn bereits ein Lichtblick war, im Grunde sogar ein neuer Anlauf. Vor fünfeinhalb Wochen hatte er sich in seinem Pflichtspieldebüt für Liverpool im Ligacup gegen Crewe Alexandra verletzt, ein doppelter Rippenbruch und ein Loch in der Lunge warfen ihn zurück. Als Madrid kam, gab ihm Trainer Rafael Benitez erstmals wieder einen Platz im 18-Mann-Kader. Degen blieb dann aber Zuschauer bis zum Ende, das wenigstens versöhnlich war, weil Steven Gerrard mit einem höchst fragwürdigen Foulpenalty nach 94 Minuten zum 1:1 ausglich.

In eine neue Welt eingetaucht

Für Degen gab es danach eine Verlängerung. Wie die anderen Reservisten hängte der Schweizer eine halbe Stunde mit Steigerungsläufen im Stadion an. Er ist in eine neue Welt eingetaucht im englischen Nordwesten. Liverpool ist für ihn «ein ganz anderes Kaliber» als Dortmund, sein vorheriger Verein. «Hier», sagt er und klingt begeistert, «geht die Post ab.» Er zählt die Vorzüge auf: «Ein Trainingsgelände mit allen Annehmlichkeiten, ein fantastisches Publikum, eine Mannschaft mit Weltstars wie Gerrard, ein Trainer, der für mich zu den besten acht der Welt gehört. Benitez ist der absolute Boss. Er entscheidet alles. Nur er.» Benitez, die Respektsperson, verbietet Degen aber nicht, zu stürmen: «Er hat zu mir gesagt: ‹Vergiss nicht, nach vorne zu gehen. Aber wähl’ den richtigen Zeitpunkt.› Das gefällt mir, das ist auch meine Philosophie.» Das Wohlgefühl wird von der Wohnlage abgerundet. Degen ist in eine Penthouse-Wohnung in einem neuen Quartier gezogen und hat mit dem Argentinier Javier Mascherano einen Teamkollegen als Nachbarn.

Im Sommer hat er einen Vierjahresvertrag unterschrieben, um sich auf neuer Ebene in Szene zu setzen. Einer seiner Konkurrenten auf der rechten Abwehrseite ist der Spanier Alvaro Arbeloa. Degen hat Selbstvertrauen genug, um sich zuzutrauen, den Spanier zu überholen. «Ich bin überzeugt, meine Chance zu bekommen. Arbeloa ist ein anderer Typ als ich.» Ob das bereits am Samstag gegen West Bromwich Albion der Fall sein wird, erfährt er frühestens am Freitag. Entweder teilt es ihm Benitez persönlich mit. Oder er entnimmt einer Liste, die an der Kabinentür hängt, ob er dabei ist. «Das ist in England halt so», sagt er. Die Konsequenz für ihn ist die: «Gas geben, Fussball spielen.»

Liverpooler gern gesehene Gäste

Degen braucht seine Einsätze, um auch im Nationalteam wieder ein Thema zu werden. Ottmar Hitzfeld hat sich bei ihm bereits zweimal telefonisch gemeldet, ihn aber noch nicht für den 19. November und das Testländerspiel gegen Finnland aufgeboten. «Gas geben» will Degen, «ich muss dem Trainer in Liverpool die Entscheidung schwer machen. Ich brenne darauf, mich zu zeigen.» Degen rechnet fest mit der Berücksichtigung im Ligacup gegen Tottenham von nächster Woche. Davor hat er noch ein paar andere Termine mit dem Arbeitgeber, zum Beispiel Repräsentationspflichten wie heute. In der Echo Arena werden die MTV Europe Music Awards verliehen. Die Fussballer von der Anfield Road sind an diesem Anlass geladene Gäste. Und gern gesehen.

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