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Neymar erstarrt – und blamiert sich gegen Aufsteiger

Paris Saint-Germain verliert sein erstes Ligaspiel, danach verrät der Trainer ein heimliches Ziel.

Hatte keinen guten Tag: Neymar gegen Strasbourg.
Hatte keinen guten Tag: Neymar gegen Strasbourg.
Reuters

Vielleicht lag es an der Kälte. In Strassburg wurde am späteren Samstagnachmittag minus 1 Grad gemessen. Die gefühlte Temperatur im Stade de la Meinau aber soll bei minus 7 gelegen haben, zumindest unten auf dem Rasen. Auf den Rängen fingen die Kameras auch Herrschaften ein, die mit entblösstem Oberkörper ihre euphorischen Kapriolen aufführten. Ins schlecht rasierte, von der Kälte verzerrte Gesicht Neymars verirrte sich während neunzig Minuten nicht ein einziges Lächeln, nicht einmal ein ironisches.

Der französische Grossverein Paris Saint-Germain hat nun also tatsächlich sein erstes Ligaspiel der laufenden Saison verloren - 1:2 gegen den Aufsteiger Racing Strasbourg. Unai Emery, der spanische Trainer der Pariser, fasste seine Enttäuschung in eine betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung: «Jetzt kann ich es ja sagen: Unser Ziel war es gewesen, diese Meisterschaft ohne Niederlage zu beenden.» Gemeint war: Katars Ziel. Der Präsident des Vereins, Nasser al-Khelaifi, verliess das Stadion, kaum war dieses etwas arrogant formulierte Ziel verpufft. Normalerweise hängt er gerne noch etwas rum und lässt sich feiern für den Glamour, den er mit den Millionen des Emirs nach Paris geholt hat. Diesmal nicht.

Nicht mehr als eine Bremsspur

Natürlich freut sich nun mindestens die Hälfte des Landes darüber, dass das Solo der Übermacht ein bisschen gebremst wurde. Doch viel mehr als eine Bremsspur wird davon wohl nicht übrig bleiben. Die Begegnung gegen Strassburg hatte als Aufwärmrunde für das Spiel in der Champions League gegen den FC Bayern am Dienstag gegolten, als eine Art Akklimatisierung auch. In München, hiess es, werde es dann wohl ähnlich kalt sein. Und man will dann möglichst den ersten Platz in der Gruppe B bewahren, damit sich die Welt endlich an den Anspruch der Pariser gewöhnt. PSG reicht dafür fast jedes Resultat. Die Bayern können Paris nur noch abfangen, wenn sie mit mindestens vier Toren Unterschied gewinnen, nachdem sie in der Hinrunde im Parc des Princes 0:3 verloren hatten.

Gegen Strassburg beliess Emery vier Stammspieler auf der Bank, unter anderem Mittelfeldspieler Marco Verratti und Mittelstürmer Edinson Cavani, die er dann zum Ende doch noch einwechselte – mit letzter Hoffnung, aber ohne Erfolg. PSG sollte ein solches Turnover eigentlich leicht verkraften können, jede Position im Kader ist mindestens doppelt und prominent besetzt. Für Verratti spielte Javier Pastore; anstelle von Cavani durfte Angel Di Maria wieder mal mittun, auch nicht eben der klassische Lückenbüsser.

Das Warten auf den Wintermercato

Doch vor allem dem dürren Di Maria merkte man an, dass er nur noch auf den Wintermercato wartet, um sich einen neuen Verein zu suchen. Der Linksfuss hatte zwei Mal ein Tor auf dem rechten Fuss und scheiterte. Von jeder Sekretärin erwartet man, dass sie mehrere Fremdsprachen spricht. Im Fussball verdient einer Millionen, auch wenn er sich nur eines seiner Füsse ansprechend bedienen kann.

Den Elsässern fielen im ganzen Spiel zwei Chancen zu, die sie beide nutzten. Danach warfen sie sich mit der Schlachtbereitschaft aus einer anderen Epoche und unter der Anfeuerung ihrer Fans in alle Bälle und Beine, die sich ihrem Tor näherten. Wie konnte man es ihnen verdenken: Kräfte und Können auf dem Platz waren dermassen ungleich verteilt, dass nur das Herz imstande war, die Differenz zu überwinden. Der Marktwert aller Spieler von Strassburg liegt 628 Millionen Euro unter jenem des PSG-Personals. Für einmal genügten auch die beiden Superstars aus Paris, Neymar und Kylian Mbappé, den immerzu immensen Erwartungen nicht, die man in sie steckt. Mbappé traf zwar zwischenzeitlich zum 1:1, blieb sonst aber eher unauffällig. Und Neymar fror ganz offensichtlich so sehr, dass dabei auch aller Zauber erstarrte.

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