Neues Ungemach für Sepp Blatter

Ein Mitglied der Fifa-Ethikkommission tritt per sofort zurück und erhebt in seinem Abschiedsbrief schwere Vorwürfe gegen Sepp Blatter.

Gegenspieler: Der deutsche Jurist Günter Hirsch trat aus der Fifa-Ethikkommission aus und kritisiert Präsident Sepp Blatter.

Gegenspieler: Der deutsche Jurist Günter Hirsch trat aus der Fifa-Ethikkommission aus und kritisiert Präsident Sepp Blatter.

(Bild: Keystone)

Der frühere Bundesgerichtshofs-Präsident Günter Hirsch war Teil der Ethikkommission, die vor der Vergabe der WM 2018 und 2022 die beiden Exekutivmitglieder Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) wegen Korruptionsverdacht von der Wahl ausschloss. Die englische «Sunday Times» hatte beide mit verdeckten Recherchen überführt. Nun hat der 67-jährige Hirsch seinen sofortigen Austritt aus der Ethikkommission erklärt.

Seinen Entscheid teilte Hirsch in einem Brief an den Präsidenten der Kommission, Claudio Sulser, mit. Das Schreiben liegt auch der deutschen Nachrichtenagentur DPA vor. Darin erhebt der Deutsche schwere Vorwürfe gegen die Fifa im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022, wie mehrere deutsche Medien übereinstimmend berichten.

Hirsch schrieb, «dass die Ereignisse der letzten Wochen bei mir den Eindruck erweckt und gefestigt haben, dass die Verantwortlichen der Fifa kein wirkliches Interesse daran haben, eine aktive Rolle bei der Aufklärung, Verfolgung und Vorbeugung von Verstössen gegen das Ethikreglement der Fifa zu spielen.» Der Jurist sieht die Grundkonstruktion der Ethikkommission als verfehlt an.

Die Suspensionen der beiden Fifa-Funktionäre im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2018 und 2022 und möglichen Schmiergeldzahlungen kritisierte Hirsch in seinem Brief ebenfalls. Es würde der Schwere der Verstösse nicht gerecht, findet Hirsch.

son

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