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Neue Gefahr aus der Luft

Was der Einsatz einer Drohne beim Fussball auslösen kann, zeigte sich beim Skandalspiel in Belgrad. Wäre das auch in der Schweiz denkbar? Die Clubs könnten das kaum verhindern, heisst es beim FC Basel.

Das Skandalspiel von Belgrad erhitzt nach wie vor die Gemüter. Die involvierten Verbände Serbien und Albanien weisen sich gegenseitig die Schuld zu, die Uefa ermittelt und erwägt einen Ausschluss von mindestens einer Partei, in beiden Ländern beschäftigt der Fall längst auch die Politiker. Um Sport geht es nur noch am Rande – um Sport ging es allerdings auch nicht, als mittels einer Drohne eine Flagge von Grossalbanien ins Fussballstadion von Belgrad geflogen wurde. Als der serbische Nationalspieler Stefan Mitrovic Flagge und Drohne vom Himmel holte, löste er die schlimmen Keilereien aus.

Diese Fragen stellen sich: Findet die Tat Nachahmer? Muss befürchtet werden, dass Drohnen künftig auch in Schweizer Fussballstadien eingesetzt werden, um beispielsweise politische Statements abzugeben oder um den Gegner zu verhöhnen? Was eine Plakataktion auslösen kann, zeigte sich beim Protest von Greenpeace während des Champions-League-Spiels des FC Basel gegen Schalke vor gut einem Jahr. Das Plakat wurde vom Stadiondach abgeseilt, der FCB wurde von der Uefa mit 37'000 Franken gebüsst.

Ab 70 Franken

Sind Drohnen nun also eine neue Gefahr für die Fussballvereine? «Objekte, die aus der Luft kommen, sind für Sicherheitskräfte kaum zu verhindern», gibt Georg Heitz, Sportdirektor des FC Basel, zu bedenken. «Wobei ich kein Sicherheitsexperte bin», fügt er allerdings an.

Im Onlinehandel gibt es die günstigsten Modelle bereits ab 70 Franken. Zwischen 300 und 400 Franken kostet eine Drohne, die robust genug ist, eine Flagge zu ziehen. Und die Regeln des Bundesamtes für Luftfahrt (Bazl) besagen: «Bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm dürfen Drohnen ohne Bewilligung eingesetzt werden.» Voraussetzung sei allerdings, heisst es weiter, dass der Pilot jederzeit Sichtkontakt habe.

Der Einsatz von Drohnen über Menschenmassen allerdings ist seit dem 1. August bewilligungspflichtig und in einem Fussballstadion deswegen grundsätzlich verboten. Das Bazl hat die entsprechenden Regeln angepasst, damit Drohnen beim Einsatz über Menschenmassen auf ihre technische Tauglichkeit überprüft werden können. Gemäss Bazl-Auskunft werden Anträge für Bewilligungen von Drohneneinsätzen «fast ausschliesslich» von Professionellen gestellt, von Filmern etwa. Dass die Fluggeräte künftig vermehrt für Propagandaeinsätze in Stadien missbraucht werden, glaubt man beim Bundesamt nicht.

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