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Das erwartet Messi vor Gericht

Der Fussballstar sitzt auf der Anklagebank. Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen rund um den Prozess.

Auf dem Weg zu seiner Aussage: Lionel Messi betritt mit seiner Entourage das Gericht.
Auf dem Weg zu seiner Aussage: Lionel Messi betritt mit seiner Entourage das Gericht.
Keystone
Auf der Anklagebank müssen sich Lionel und Jorge Horacio Messi wegen Steuerhinterziehung verantworten.
Auf der Anklagebank müssen sich Lionel und Jorge Horacio Messi wegen Steuerhinterziehung verantworten.
Keystone
Nach der Verhandlung fliegt Messi direkt in die USA, wo die argentinische Nationalmannschaft die Copa América bestreitet. Nach dem zweiten Platz aus dem Vorjahr soll endlich wieder ein Titel her.
Nach der Verhandlung fliegt Messi direkt in die USA, wo die argentinische Nationalmannschaft die Copa América bestreitet. Nach dem zweiten Platz aus dem Vorjahr soll endlich wieder ein Titel her.
Keystone
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Es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, zu dem Lionel Messi eines seiner schwereren Spiele absolvieren muss. In der Nacht auf Samstag beginnt in den USA die Sonderedition der Copa América, die Kontinentalmeisterschaft Südamerikas – zur Feier des 100-jährigen Bestehens des Verbandes Conmebol wurden auch Teams aus Mittel- und Nordamerika eingeladen. Drei Tage später sollte auch Messi mit Vorjahresfinalist Argentinien ins Turnier eingreifen, zum Start wartet ausgerechnet das Hammerduell mit Chile.

Ob Argentiniens Captain bei der Finalrevanche mitspielen kann, ist wegen seiner Rückenverletzung, aber nicht zuletzt auch wegen eines Gerichtstermins höchst fraglich. Während seine Nationalmannschaftskollegen sich intensiv vorbereiten, muss Messi heute in Barcelona wegen Steuerhinterziehung vor Gericht aussagen. Es ist der Höhepunkt eines in Spanien lange erwarteten Prozesses.

Weshalb wurde Messi angeklagt?

Zwischen 2007 und 2009 hat der Superstar 4,5 Millionen US-Dollar an Steuern hinterzogen, dabei ging es um seine Bildrechte. Die Messis haben ihre Schuld bereits gestanden und im August 2013 5,6 Millionen Dollar nachgezahlt. Für die Finanzverwaltung hätte der Fussballstar damit seine Schuldigkeit getan, das Gericht von Barcelona entschied dennoch, ihn auf die Anklagebank zu zitieren. Der aktuelle Prozess soll insbesondere klären, wer für die Hinterziehung verantwortlich war. Die Finanzverwaltung beschuldigt Messis Vater Jorge Horacio und fordert eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten.

Wie lange dauert der Prozess?

Grundsätzlich wurden drei Tage angesetzt. Am Dienstag begann das Verfahren vor Gericht, die Aussagen des Barça-Stars und von Jorge Horacio sind das Highlight – damit soll der Prozess geschlossen werden. Gemäss «El País» sei aber auch möglich, dass bei Bedarf um einen Tag verlängert wird und das Urteil erst am Freitag bekanntgegeben wird. Weil weniger als zwei Jahre Gefängnisstrafe gefordert werden, muss Messi nicht bei allen Sitzungen anwesend sein.

Welche Aussagen sind von Lionel Messi zu erwarten?

Er beteuerte stets, dass fürs Geld der Papa verantwortlich sei, er selber frage nie nach, was er denn unterschreibe. Dies wird er auch vor Gericht aussagen. Der argentinische Journalist Sebastian Fest, der vor drei Jahren eine nicht autorisierte Biografie über die Messis geschrieben hat, bestätigt das gegenüber dem «Blick»: «Er kümmert sich kaum um solche Verträge. Er ist ein einfacher Mensch, mit beschränktem Vokabular.»

Was fordert die Staatsanwaltschaft?

Das Agencia Tributaria fordert für den Sohn 21 Monate Gefängnis – sieben Monate pro Fehljahr – und für den Vater 22 Monate und 15 Tage. Dazu eine Geldstrafe von total 4,1 Millionen Euro. Die Finanzverwaltung hingegen entlastet Messi Junior und glaubt, dass er sich tatsächlich nur aufs Fussballspielen konzentriert habe.

Muss Messi ins Gefängnis?

Kaum. Einerseits muss man in Spanien bei einer Gefängnisstrafe von unter zwei Jahren bei Erstvergehen nicht hinter Gitter, andererseits wurde der Superstar von diversen Zeugen entlastet. Die Verantwortlichen von Messis Bildrechten und diejenigen von den Zinserträgen berichteten übereinstimmend, dass sie jeweils immer nur mit Jorge Horacio Messi zu tun hatten. Ebenso bestätigte Josep Maria Minguella, der ehemalige Berater der Familie, dass Jorge Horacio für die Eröffnung der Holdingfirmen in Steueroasen wie Belize oder Uruguay verantwortlich war.

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