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Mourinho entzauberte Barcelona

Der FC Barcelona ist auf dem Weg zur Titelverteidigung in der Champions League erstmals in Rücklage geraten.

Inters-Trainerfuchs José Mourinho leidet beim 3:1-Sieg gegen Barcelona an der Seitenlinie mit.
Inters-Trainerfuchs José Mourinho leidet beim 3:1-Sieg gegen Barcelona an der Seitenlinie mit.
Reuters
Für Barcelonas Trainer Josep Guardiola war es zum Verzweifeln.ni)
Für Barcelonas Trainer Josep Guardiola war es zum Verzweifeln.ni)
Keystone
Diego Milito, der zwei Tore vorbereitet und eines erzielt hatte, nimmt bei seiner Auswechslung die Gratulation von José Mourinho entgegen.
Diego Milito, der zwei Tore vorbereitet und eines erzielt hatte, nimmt bei seiner Auswechslung die Gratulation von José Mourinho entgegen.
Reuters
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Das beste Team der Welt wurde im Halbfinal-Hinspiel auswärts von Inter Mailand gestoppt und verlor 1:3 (1:1).

Wesley Sneijder (30.), Maicon (48.) und Diego Milito (61.) drehten im ausverkauften Giuseppe Meazza die Partie zugunsten des Heimteams, nachdem die Gäste mit dem ersten guten Angriff der Partie durch Pedro früh in Führung gegangen waren (18.). Der Sieg des Heimteams war letztlich verdient, auch wenn Barcelona in der Schlussphase auf den Anschlusstreffer drückte. Inters Torhüter Julio Cesar bewahrte sein Team mit starken Paraden gegen Busquets (54.) und Messi (79.) sein Team vor einem zweiten Verlusttreffer.

Inter schaffte sich damit eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in sechs Tagen und wahrte seinen Traum vom ersten Sieg im wichtigsten europäischen Wettbewerb seit 1965. Dem italienischen Meister gelang zudem die Revanche für die 0:2-Auswärtsniederlage im letzten Herbst in der Gruppenphase im Camp Nou. Zum Auftakt der Champions League hatten sich die beiden Teams im Giuseppe Meazza torlos getrennt. Für die Katalanen war es die erste Niederlage auf fremdem Terrain in der Königsklasse seit zwei Jahren. Letztmals verloren die Katalanen 2008 im Halbfinal im Old Trafford gegen den späteren Sieger Manchester United 0:1.

Mourinhos Meisterleistung

Inter-Trainer José Mourinho hatte angekündigt, dass sein Team nun wesentlich stärker sei, als in den ersten beiden Duellen mit dem Titelverteidiger in dieser Saison. Der Portugiese sollte recht behalten und stellte einmal mehr unter Beweis, dass er zu den besten seines Fachs gehörte.

Von Beginn an zermürbte Inter den Gegner dank starker Physis und perfekter Organisation hervorragend. Vor allem in der offensiven Zone konnten die Gäste nicht ihr gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Obwohl die Katalanen doppelt so viel in Ballbesitz waren wie ihre Gegner, konnten sie nur selten Gefahr vor dem Tor von Cesar erzeugen.

Der verdiente 1:1-Ausgleich durch Sneijder nach einer halben Stunde war allerdings bereits die dritte gute Chance des Heimteams. Der Holländer, der mehrheitlich ungewohnt defensiv agieren musste, profitierte von einem Stellungsfehler von Alves und kam im Strafraum nach einem Pass von Milito aus halblinker Position frei zum Abschluss. Es war der erste Treffer Inters gegen Barcelona, nachdem den Nerazzurri in zuvor vier Duellen mit den Katalanen kein Torerfolg vergönnt geblieben war.

3:1 war wohl ein Offside-Tor

Es blieb aber nicht der letzte an diesem Abend. Kurz nach der Pause überraschte der aufgerückte Maicon die Barca-Abwehr, nachdem auch er von Milito mustergültig bedient worden war. Seine starke Leistung krönte der argentinische Topskorer nach einer Stunde, als er eine Kopfballvorlage von Sneijder ebenfalls per Kopf zum 3:1 verwertete. Dem Treffer haftete allerdings der Makel an, dass Milito wohl knapp im Offside gestanden hatte.

Mit dem Sieg entschied Mourinho die erste Runde im Trainer-Duell mit seinem Gegenüber Josep Guardiola für sich. Der Plan des Chef- Taktikers ging nahezu perfekt auf: Im Gegensatz zu Stuttgart und Arsenal, die sich in den Runden zuvor von den Katalanen teilweise hatten vorführen lassen müssen, hielt Inter die katalanische Fussball-Armada lange Zeit in Schach. Erst in der Schlussphase, als die Gäste das Risiko erhöhten und die Kräfte bei Inter schwanden, verloren die Italiener phasenweise die Kontrolle über das Spiel.

Messi kam kaum zur Entfaltung

Der vielgepriesene Lionel Messi, nach seinen vier Toren im Rückspiel gegen Arsenal noch als Fussballer von einem anderen Stern gepriesen, kam kaum zur Entfaltung. Zu engmaschig organisierte Mourinho seine zentrale Defensive, vor allem Cambiasso, Thiago Motta und Pandev machten sehr tiefstehend die Räume eng und erstickten das berüchtigte Kombinationsspiel der Gäste bereits im Keim. Auch der wiedergenese Ibrahimovic, der von 2006 bis 2009 bei Inter gespielt hatte, konnte sich gegen die beste Abwehr der diesjährigen Champions League nicht in Szene setzen.

So kam Barcelona nur vereinzelt durch die Aussenverteidiger Alves und Maxwell zu gefährlichen Vorstössen. Der erste führte gleich zum Führungstreffer für die Gäste, als Maxwell von einem Abstimmungsfehler von Inter profitierte, an die Grundlinie durchlief und mit einem pefekt getimten Rückpass Pedro bediente, der in seinem achten Champions-League-Einsatz seinen vierten Treffer erzielte.

si

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