Mit Hoarau ist wieder zu rechnen

Gute Nachrichten für YB: Guillaume Hoarau kann nach der Adduktorenoperation wieder beschwerdefrei Fussball spielen und will in der Rückrunde angreifen.

Die Beschwerden sind weg, dafür ist die Beweglichkeit zurück: Guillaume Hoarau kann wieder bei YB trainieren. (Archiv)

Die Beschwerden sind weg, dafür ist die Beweglichkeit zurück: Guillaume Hoarau kann wieder bei YB trainieren. (Archiv)

(Bild: Tobias Anliker)

Ruedi Kunz

Guillaume Hoarau läuft wieder rund im neuen Jahr. Die Adduktoren, welche ihn im letzten Sommer während Wochen plagten, sind operiert und bereiten keine Schmerzen mehr.

Im Trainingslager in Belek macht er das ganze Programm mit und meldet nach fünf anspruchsvollen Tagen: «Ich fühle mich gut, habe praktisch keine Beschwerden mehr, und die Beweglichkeit ist auch wieder zurück.» Nach der langen Zwangspause mangelt es dem Franzosen an Spielpraxis, gewisse Automatismen funktionieren noch nicht wie gewohnt.

Im zweiten Test an der südtürkischen Küste – Gegner ist Steaua Bukarest – ist er während 45 Minuten ein sehr fleissig forecheckender Stürmer, der wie eh und je die Lufthoheit für sich beansprucht. Doch echte Torgefahr geht von ihm nicht aus. Die einzige (Kopfball-)Chance, die sich ihm bietet, vergibt er kläglich.

Bei 80 bis 90 Prozent seines Leistungsvermögens sei er angelangt, erklärt Hoarau nach dem zweiten wettkampfmässigen Teileinsatz. In drei bis vier Wochen werde man «hoffentlich wieder den alten Guy sehen».

Mit den Adduktoren, welche Hoarau fast die gesamte Vorrunde von den Fussballplätzen fernhielten, schlug sich der gross gewachsene Stürmer bereits früher herum. Bei Paris Saint-Germain verletzte er sich mehrmals an dieser an der Innenseite der Oberschenkel gelegenen Muskelgruppe.

«Ein operativer Eingriff war aber nie nötig.» Weit schlimmer war die Schulterverletzung, welche sich Hoarau 2010 zuzog. Vier Monate lang musste er damals wegen gerissener Bänder pausieren.

Die Sprachbarriere

Guillaume Hoarau sagt, was jeder Fussballer erwähnt, welcher viele Wochen lang zur Untätigkeit verurteilt war: «Es war sehr hart, draussen zu sitzen und meinen Kollegen zuzuschauen.» Nach der Rückkehr aus Paris, wo er von einem Vertrauensarzt den verletzten Muskelstrang behandeln liess, absolvierte er ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm.

Er sei «nicht unglücklich» gewesen, habe er mit dem ebenfalls verletzten Steve von Bergen einen treuen Begleiter gehabt, sagt der Franzose mit einem schelmischen Lächeln.

Wie geplant sind die beiden Leistungsträger nach der Winterpause in das reguläre Mannschaftstraining zurückgekehrt. Nun wollen sie ihren Beitrag leisten, dass YB nach einer enttäuschenden Hinrunde eine versöhnlichere zweite Meisterschaftshälfte gelingt. «Wir haben ein gutes Team, welches hart arbeitet», betont Hoarau mehrmals im Gespräch.

Zum Wechsel auf der Trainerposition mag er sich öffentlich nicht gross äussern. Punkto Spielphilosophie gebe es keine fundamentalen Unterschiede, seit Adi Hütter Uli Fortes Job übernommen habe. «Hütter verlangt von uns, dass wir den Gegner weiter vorne angreifen und ihn sofort unter Druck setzen.»

Wie Forte sei der neue Coach ein «kommunikativer Mensch, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist». Lange Gespräche hat Hoarau mit Hütter bisher nicht geführt, was nicht weiter verwundert. Der Stürmer ist des Deutschen nicht mächtig, der Österreicher des Französischen nicht.

Was noch lange kein Grund ist, dass sich die beiden nicht verständigen können. «Das ist das kleinste Problem», sagt Hoarau, bevor er sich Richtung Kleinbus aufmacht, welcher das Team ins noble Fünfsternhotel Carya Regnum zurückbringt.

Der Bund

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