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Mit Abstrichen eine gute Startbilanz

Trotz des klaren Scheiterns sind die Young Boys auf dem richtigen Weg.

Oft auch positiv gestimmt, wenn es garstig ist: YB-Trainer Adi Hütter.
Oft auch positiv gestimmt, wenn es garstig ist: YB-Trainer Adi Hütter.
Keystone

Die Young Boys haben es auch im vierten Anlauf nach 2004, 2010 und 2015 nicht geschafft, die Königsklasse im europäischen Fussball zu erreichen. Im Vergleich zum frühen wie auch kläglichen Scheitern im Vorjahr gegen Monaco machten die Berner diesmal eine bessere Figur - trotz der gestrigen 1:6-Ohrfeige. Mit dem Effort gegen Schachtar in der 3. Vorrunde sorgten sie europaweit für Aufsehen, im Playoff gegen Gladbach litten sie im Hinspiel unter einem krassen Fehlentscheid, der zum wegweisenden 2:1 des Bundesligisten führte. YB war somit schon vor dem Rückspiel chancenlos, die gestrige Partie hatte deshalb bloss noch Pflichtcharakter. So lässt sich nachträglich nur vermuten, was möglich gewesen wäre, wenn YB dieses irreguläre Tor nicht erhalten hätte. Oder wenn man in Vollbestand hätte antreten können.

Die Problematik mit den vielen Verletzten ist nicht neu. Schon in der vergangenen Spielzeit war während der strapaziösen Startphase mit Liga, Europacup und Cup ein Spieler nach dem anderen ausgefallen. In diesem Jahr muss man nach nur einem Monat sogar von einem YB-Lazarett sprechen. Ob das alles nur Zufall ist oder ob Fehler in der Vorbereitungszeit oder bei der Dosierung der Spielereinsätze gemacht wurden, ist schwierig abzuschätzen. Was YB besonders spürt: Die Ausfälle betreffen mehrheitlich die Leaderfiguren. Die Achse von Bergen hinten, Sanogo im Zentrum sowie Hoarau und Gerndt vorne sollte eigentlich das tragende Gerüst bilden. Doch dieses Quartett – im Schnitt über 30-jährig – ist äusserst verletzungsanfällig. Jeder dieser Routiniers musste in den letzten beiden Jahren gleich mehrmals längere Auszeiten nehmen. Wie wertvoll die vier Leistungsträger im fitten Zustand sind, hat die letzte Rückrunde gezeigt, als YB mehr Punkte holte als der FC Basel.

Gut unterwegs

Trotz der Personalprobleme hat YB das Startprogramm neben einem groben Aussetzer sehr gut gemeistert. Wäre das ärgerliche 1:2 im ersten Heimspiel gegen Lugano nicht gewesen, würde die Mannschaft auch in der Super League noch besser dastehen. Mit dem Erreichen der Europa League ist das erste Saisonziel geschafft. Und auch der Spassfaktor stimmt: Spektakuläre Auftritte wie gegen Donzek, Thun oder Lausanne locken auf die Dauer wieder mehr Publikum an.

YB ist gut unterwegs. Besser als in den letzten Jahren. Und auch wenn es beim gestrigen 1:6 gründlich missriet: Das Bestreben von Adi Hütter, aus jeder Situation möglichst das Optimum herauszuholen, zeigt häufiger Wirkung als auch schon. Und nur mit dieser Einstellung wird es in Bern irgendwann doch noch etwas mit der Königsklasse.

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