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Meditation

Fussballgott Grädel entert die Tiefenpsychologie.

Dr. Sigmund Freud selig lässt grüssen! Es wäre aber nach Grädels Auffassung selbst für einen geübten und seit Jahrzehnten im Geschäft des Unbewussten tätigen Seelendoktor nicht einfach, Uli Fortes verdeckte Botschaft zu entschlüsseln. «Wir bewegen uns im Stillstand», sagte YBs Trainer nach dem Nicht-Spiel gegen Sion, er, der damals in Lausanne an der Pressekonferenz sich auf medizinisches Gebiet vorgewagt hatte und sagte: «Meine Spieler sind Menschen aus Fleisch und Blut und Muskeln und Mitochondrien.» Jetzt der philosophische Ausflug, der aber mit den Mitochondrien zu tun hat. Das sind ja die Energiekraftwerke im Organismus, was uns in medias res des Themas führt.

YB spielte gegen die Walliser Standfussball, und es stellte sich die Frage: Ist das ein Zeichen eines lähmenden Angstanfalls, von Nicht-Lernen oder eben doch eines in hohem Masse zu wertschätzenden meditativen Zustandes einer inneren Bewegung, in der ganz viel passiert, was von aussen aber nicht zu sehen ist. Was bei einem eingemauerten Yogi-Meditations-Künstler im Schneidersitz kein Problem darstellt, ist bei einem Fussballteam nicht unproblematisch - weil eben keine Zeichen einer Meditationstechnik zu erkennen sind.

Die Spieler rennen zwar ein wenig, aber doch nur wenig. Sie wollen den Ball auf eine Art, auf die andere Art sind sie aber auch froh, wenn er weit weg ist. Nur kein Ballbesitzdenken aufkommen lassen! Alles loslassen! Barcelona betreibt ja diese Meditationstechnik mit 169 Ballkontakten in fünf Minuten, hält sich und den Gegner in einer Art Trancezustand, aus dem aber dann allerhand Ideen auftauchen. YBs Meditationsvariante ist der Welt bisher noch unbekannt.

Grädel dachte beim Betrachten dieser inneren Bewegungsvariante an die These, dass Bewegung manchmal Bewegung erzeugt. Sollte Forte Gefallen an dieser Art der Betrachtung finden, sei ihm das Videostudium von Bales Tor im spanischen Cupfinal empfohlen. Bale legte sich den Ball nahe der linken Seitenlinie vor, spurtete um den Gegenspieler, verliess das Spielfeld in einer grossen Kurve, und es ist ungeklärt, ob Bale noch kurz in den Katakomben war, um im Tee zu rühren, auf jeden Fall kam er (Bale) aufs Spielfeld zurück, lief in den Strafraum und schoss das Tor.

Im besten Falle befindet sich YB in meditativer Vorbereitung auf solche Energieschübe. Grädel stimmt zuversichtlich, dass das Resultat zu einer meditativen Übung passt. 0:0, nichts passiert, spielen nahe am Nichts. Von dort kann alles kommen, einfach alles. Irgendwann.

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