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Messi verabschiedet Neymar

Barça bestätigt Neymars Wechselwunsch und auch der Zeitpunkt seiner Präsentation in Paris ist schon bekannt. Die spanische Liga verkompliziert den Deal jedoch.

«Ich bin dann mal weg»: Neymars Transfer zu PSG scheint tatsächlich konkret zu werden.
«Ich bin dann mal weg»: Neymars Transfer zu PSG scheint tatsächlich konkret zu werden.
Keystone
Trotz der anhaltenden Spekulationen war Neymar in der Barça-Vorbereitung einer der Besten. Unter anderem erzielte er gegen Juventus Turin zwei Tore.
Trotz der anhaltenden Spekulationen war Neymar in der Barça-Vorbereitung einer der Besten. Unter anderem erzielte er gegen Juventus Turin zwei Tore.
Keystone
Für den Brasilianer wird PSG 222 Millionen Ablöse und 30 Millionen Nettojahreslohn bezahlen. Der Transfer dürfte gesamthaft (inklusive Steuern und Handgelder) mehr als 600 Millionen Euro kosten.
Für den Brasilianer wird PSG 222 Millionen Ablöse und 30 Millionen Nettojahreslohn bezahlen. Der Transfer dürfte gesamthaft (inklusive Steuern und Handgelder) mehr als 600 Millionen Euro kosten.
Keystone
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Kommt er oder kommt er nicht? Nach Neymars Werbetrip nach Shanghai wurde eifrig spekuliert, ob der von PSG heiss umworbene Starstürmer zu Barça zurückkehrt oder ob er das für heute Morgen angesetzte Training schwänzt, um seinen Transfer voranzutreiben.

Neymar fährt in seinem Auto vor, um sich von seinen Teamkollegen zu verabschieden. (Video: Tamedia/AFP)

Er kam. Kurz nach 9 Uhr erschien der Brasilianer in seinem blauen Audi quattro und verschwand anschliessend in den Kabinen der Ciutat Esportiva, dem Barça-Trainingsgelände. Wenige Minuten später titelte die dem Verein nahestehende Zeitung «Sport:» «Neymar verkündet seinen Abschied.» Scheinbar habe der 25-Jährige seinen Teamkollegen in der Umkleide mitgeteilt, dass er das Angebot von Paris annehmen werde – dies bestätigte der Verein mittlerweile in einem offiziellen Statement: «Neymar Jr. hat dem Verein mitgeteilt, dass er den Klub verlassen will. Er hat sich von allen Mitspielern verabschiedet und das Trainingsgelände mit Einverständnis von Trainer und Verein wieder verlassen.» Gemäss Sport habe Barça-Trainer Ernesto Valverde gesagt, es mache unter diesen Umständen keinen Sinn, wenn Neymar trainiere.

Am Dienstagnachmittag veröffentlichte Wagner Ribeiro, einer von Neymars Beratern, auf Instagram ein Bild vom seinem Flug nach Paris mit dem Kommentar: «Grünes Licht. Wir gehen arbeiten.» Neymar Senior gefiel das. Für viele spanische Medien war dies der letzte stichhaltige Beweis, dass Neymar zu PSG wechseln wird. Nun scheint nur noch die Einigung zwischen den Vereinen oder die Deposition der Ausstiegsklausel von 222 Millionen Euro bei der spanischen Liga (LFP) zu fehlen.

Letzteres könnte sich aber als schwierig erweisen, wie «Sport» schreibt. Gegenüber der Zeitung soll Ligapräsident Javier Tebas gesagt haben, dass die LFP die Zahlung der Ausstiegsklausel nicht akzeptieren werde. Grund seien vertragliche Ungereimtheiten und ein seiner Meinung nach Verstoss gegen das Financial Fairplay. Unklar ist jedoch, ob die Liga den Transfer aus rechtlichen Gründen tatsächlich boykottieren darf. «Sky Sport News» zitiert eine nicht weiter genannte Quelle aus der Uefa: «Die Liga darf den Transfer nicht blockieren, weil es sich um eine Angelegenheit zwischen zwei Klubs handelt.» Allerdings ist es die Pflicht der LFP, bei Bezahlung der Ausstiegsklausel zu überprüfen, ob der Vertrag zwischen Verein und Klub eingehalten wurde.

Neymar will weg: Mega-Transfer nach Paris kurz vor dem Abschluss. (Video: Tamedia/AFP)

Zu Verhandlungen gezwungen

Weil keine der drei Parteien (Barça/PSG/Neymar) Interesse daran haben, dass sich das Transfertheater noch mehr in die Länge zieht, werden sich die Vereine noch am Mittwoch an den Verhandlungstisch setzen, schreiben spanische Medien. Einigen sich die Klubs, muss die Liga akzeptieren. Dabei wird Barça massiv mehr Geld verlangen, schliesslich kostet PSG die Ausseitgsklausel aus steuerlichen Gründen mehr als 300 Millionen Euro. Denkbar ist, dass die Katalanen zusätzlich zu den 222 Millionen einen Spieler verlangen. Die Namen Di Maria, Draxler und Verratti werden genannt, wobei einzig der Italiener Sinn machen würde – noch in diesem Sommer wurde von konkretem gegenseitigem Interesse berichtet, PSG zeigte sich aber nicht verhandlungsbereit.

Neymar wurde diesen Sommer der mit Abstand teuerste Spieler der Fussballgeschichte. Paris St-Germain zahlte für den Brasilianer 222 Millionen Euro. Klicken Sie sich durch die zwölf teuersten Transfers.
Neymar wurde diesen Sommer der mit Abstand teuerste Spieler der Fussballgeschichte. Paris St-Germain zahlte für den Brasilianer 222 Millionen Euro. Klicken Sie sich durch die zwölf teuersten Transfers.
Reuters
Dieser Transfer liegt zeitlich am weitesten zurück: Im Sommer 2001 zieht es Zinédine Zidane (l.) von Juventus Turin zu Real Madrid. Real zahlt 76 Millionen Euro (83 Mio. Franken) – für diese Zeit eine extrem hohe Summe. Als Spieler hatte Zidane Weltklasseformat. Und auch als Trainer der Madrilenen ist der Franzose erfolgreich. Er hat bereits zweimal die Champions League und einmal die Meisterschaft gewonnen.
Dieser Transfer liegt zeitlich am weitesten zurück: Im Sommer 2001 zieht es Zinédine Zidane (l.) von Juventus Turin zu Real Madrid. Real zahlt 76 Millionen Euro (83 Mio. Franken) – für diese Zeit eine extrem hohe Summe. Als Spieler hatte Zidane Weltklasseformat. Und auch als Trainer der Madrilenen ist der Franzose erfolgreich. Er hat bereits zweimal die Champions League und einmal die Meisterschaft gewonnen.
Keystone
Der Brasilianer ist als einziger Spieler doppelt auf dieser Liste zu finden. Diesen Sommer war Paris Saint-Germain bereit, Neymars festgeschriebene Ausstiegsklausel von 222 Millionen Euro (250 Millionen Franken) zu bezahlen. Nach langem Spekulieren ist der Transfer von Barcelona in die französische Hauptstadt perfekt – und Neymar der teuerste Transfer in der Geschichte des Fussballs. Wie lange wird der Rekord halten?
Der Brasilianer ist als einziger Spieler doppelt auf dieser Liste zu finden. Diesen Sommer war Paris Saint-Germain bereit, Neymars festgeschriebene Ausstiegsklausel von 222 Millionen Euro (250 Millionen Franken) zu bezahlen. Nach langem Spekulieren ist der Transfer von Barcelona in die französische Hauptstadt perfekt – und Neymar der teuerste Transfer in der Geschichte des Fussballs. Wie lange wird der Rekord halten?
Keystone
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So oder so kündigte Tebas an, Paris bei der Uefa anzuzeigen. Gegenüber der katalanischen Sportzeitung «Mundo Deportivo» sagte er: «Es ist unmöglich, dass PSG Zahlen präsentieren kann, die diejenigen von Real Madrid oder Barcelona übertreffen.» Tebas habe PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi bereits persönlich mitgeteilt, dass er die Uefa auf die Finanzen der Franzosen ansetzen wird. «Die Klageschrift ist bereit und wird der Uefa, der EU und dem Schweizer Gericht eingereicht. Das sind die Kompetenzträger.» Allerdings fügte er an: «Schauen wir mal was passiert. Dass Neymar unsere Liga verlässt will ich zuerst mal sehen.» Jetzt scheint es tatsächlich so weit zu sein. Neymars Berater Wagner Ribeiro bestätigte in der «Mundo Deportivo»: «Wir werden die Ausstiegsklausel bezahlen und Neymar wird Ende dieser Woche vorgestellt.»

Mittlerweile hat sich auch Lionel Messi Wort gemeldet. Der Superstar verabschiedete seinen Sturmpartner via Instagram: «Es war mir eine grosse Freude all diese Jahre mit dir zusammenzuspielen. Ich wünsche dir viel Glück auf deinem neuen Weg. Wir sehen uns.» Rührend schloss Messi die Meldung mit den Buchstaben «tkm», der umgangssprachlichen Abkürzung für «ich hab' dich sehr lieb.»

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