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Liverpools Warten auf den Titel

Liverpool beendete die beeindruckende Serie von Chelsea mit einem 1:0-Erfolg. 86 Spiele und rund viereinhalb Jahre waren die Londoner zuhause unbesiegt gewesen; deshalb wächst in Liverpool die Hoffnung auf den Titel.

Liverpool im Höhenflug: Der Argentinier Javier Mascherano ist von Chelseas Deco nur mit unfairen Mitteln zu stoppen. Die «Reds» gewannen am Sonntag den Spitzenkampf in London 1:0.
Liverpool im Höhenflug: Der Argentinier Javier Mascherano ist von Chelseas Deco nur mit unfairen Mitteln zu stoppen. Die «Reds» gewannen am Sonntag den Spitzenkampf in London 1:0.
Keystone
Der irische Stürmer Robbie Keane (hier gegen Chelseas Carvalho) kam im Sommer für rund 37 Millionen Franken von Tottenham.
Der irische Stürmer Robbie Keane (hier gegen Chelseas Carvalho) kam im Sommer für rund 37 Millionen Franken von Tottenham.
Keystone
Bei den Fans ist die erfolgreiche Vergangenheit unvergessen: Dieser Anhänger hat sich ein Bild des legendären Erfolgstrainer Bill Shankly auf den Rücken tätowieren lassen.
Bei den Fans ist die erfolgreiche Vergangenheit unvergessen: Dieser Anhänger hat sich ein Bild des legendären Erfolgstrainer Bill Shankly auf den Rücken tätowieren lassen.
Keystone
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Sie warten seit 18 Jahren auf den 19. Meistertitel. Nichts ist wichtiger in ihrer Stadt. Nicht einmal die Champions League. Sie haben die Hoffnung nie verloren. Und jetzt glauben sie wieder daran in Liverpool. Nach dem Sonntag an der Stamford Bridge. Nach dem 1:0 bei Chelsea im Spitzenkampf der bis dahin punktgleichen Teams.

52 Transfers für 200 Mio. Pfund

«Wir haben gegen ein sehr gutes und sehr offensives Team gezeigt, dass wir den Sieg wollten», sagte Rafael Benitez später. Seit 2004 ist der Spanier Trainer in Anfield. Unter ihm hat die Mannschaft grosse Spiele fast nur in der Champions League gewinnen können. Unter ihm aber scheiterte der FC Liverpool in der Premier League immer wieder an Manchester United, Chelsea und Arsenal. Unter ihm stolperte die Mannschaft in Wigan oder Fulham. In Middlesbrough oder Blackburn. Den Sieg gegen Chelsea aber nimmt er nun als Beweis dafür, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt hat. Dass sie sich vielleicht entscheidend weiterentwickelt hat. Dass sie bereit ist, die Premier League zu gewinnen. Das darf sie durchaus, nach 52 Benitez-Transfers und Personal-Investitionen von rund 200 Millionen Pfund.

Siege in schwierigen Spielen

Ohne den verletzten 25-Millionen-Pfund-Stürmer Fernando Torres und ohne Steven Gerrard in Bestform verlängerte der FC Liverpool in London seine Erfolgsserie, das ist typisch für ihn in diesen Tagen. Die Mannschaft tut, was sie vorher nie tat. Sie gewinnt auch die schwierigen Premier-League-Spiele. Nach langem 0:0 in Sunderland. Nach Rückständen gegen Middlesbrough, Manchester City und Wigan dank Last-Minute-Toren. Und vor allem: Nach dem zwischenzeitlichen 0:1 gegen Manchester United im Heimspiel an der Anfield Road.

«Eindeutige Botschaft»

«Wir haben die Qualität, um gegen die Top-Teams und alle anderen zu bestehen», sagt Benitez. Und wie seine Mannschaft bei Chelsea aufgetreten war. Wie sie durch Alonzo schnell in Führung gegangen war. Wie sie später exzellent verteidigte und fast nichts zuliess. Wie sie selbst bei deutlich weniger Ballbesitz doch die gefährlichere Mannschaft war, das machte ihn glücklich. «Mit dieser Mentalität hierher zu kommen und den Charakter zu zeigen, wie das die Spieler taten – das gibt uns einen riesigen Schub für den Rest der Meisterschaft.» Und: «Hier zu gewinnen ist eine eindeutige Botschaft von uns an die Konkurrenz. Und es sagt auch unseren Fans, zu was wir fähig sind.»

BBC-Fussballexperte Alan Hansen gewann mit Liverpool dreimal den Meistercup und achtmal die englische Meisterschaft. Jetzt sagt der Schotte: «Im Oktober werden noch keine Medaillen verteilt. Aber dieses Liverpool ist die beste Mannschaft von allen, die ich seit 1990 gesehen habe.»

Angst vor dem Herbsttief

Noch keinen Match hat Liverpool in dieser Saison verloren. Die Frage ist, wie die Reds die nächsten Wochen überstehen. Am Mittwoch empfangen sie Portsmouth. Schon unmittelbar nach dem Chelsea-Spiel sprach Benitez über die nächste Aufgabe, weil er die Vergangenheit seiner Mannschaft kennt. Das Herbsttief mit unerklärlichen Leistungen und Niederlagen ist beim FC Liverpool der vergangenen Jahre noch immer irgendwann gekommen. Will der Klub nicht mehr nur hoffen, glauben, träumen, leiden, darf er sich jetzt nicht bremsen lassen.

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