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«Letztmals bin ich als Junior so zu einem Auswärtsspiel angereist»

Nach 24-stündiger Reise kam der Tross des FC Barcelona am Montagmittag in Mailand an. Im Luxuscar konnten sich die Stars die Zeit vertreiben.

Inters Coach José Mourinho zerbrach sich derweil den Kopf. Jetzt scheint er eine Lösung für den Halbfinal der Champions League zur Hand zu haben.

Keine optimale Vorbereitung für den Titelverteidiger: Der FC Barcelona, die beste Mannschaft der Welt, konnte wegen des Vulkanausbruchs auf Island und der Sperrung der Flughäfen in Barcelona und Mailand nicht nach Italien fliegen, sondern musste die Reise in zwei Tagen und im Bus absolvieren - so, wie die Topteams nicht einmal in den Fünfzigerjahren, in den Anfängen des damaligen Meistercups, unterwegs waren. «Letztmals bin ich als Junior so zu einem Auswärtsspiel angereist», sagte Mittelfeldspieler Busquets.

Die fast 1000 km zwischen Barcelona und Mailand wurden zur Panoramafahrt. Entlang des Mittelmeers gings zunächst nach Cannes, die südfranzösische Filmstadt. Dort wurde übernachtet, ehe die Reise am Montag über die italienische Blumenriviera und Genua nach Mailand weiterführte. Musste der Car zum Tanken auf einer Raststätte Halt machen, wurden die Spieler sofort von zahlreichen Autogrammjägern belagert.

«Das schweisst noch mehr zusammen»

Dafür konnten es sich die verwöhnten Stars im Innern des über 14 m langen Luxusgefährts (mit Salon) bequem machen. Sechs TV-Geräte, Spielkonsolen, zwei Stereoanlagen und ein Spieltisch sorgten für Unterhaltung. Die Stimmung bei den Katalanen hat so offenbar nicht gelitten. Im Gegenteil, wie Busquets erklärte: «So lange auf engem Raum zusammen zu sein, das schweisst uns noch mehr zusammen.»

Geduld benötigte der Titelverteidiger auf seiner zweitägigen Reise, und Geduld wird er auch im Spiel brauchen. So zumindest stellt sich dies Weltfussballer Lionel Messi vor. «Spiele wie diese werden durch den Kopf und nicht durch den Fuss entschieden.» In der Kreativzone von Barcelona fehlt Andres Iniesta.

Systemänderung von Mourinho

Mit Köpfchen will auch Inters Trainer José Mourinho das Duell für sich entscheiden. Erstmals seit sieben Jahren stehen die Mailänder in einem Champions-League-Halbfinal. Nun soll der erste Titel auf diesem Niveau seit 1965 her. Dazu braucht Inter jedoch zwei bessere Auftritte als in der Gruppenphase, als es gegen Barcelona vor allem auswärts chancenlos war (0:2). Das Spiel im Giuseppe Meazza hatte nach einem sogenannten «Nicht-Angriffs-Pakt» 0:0 geendet.

Mourinho, der schon in den Achtelfinals gegen das leicht favorisierte Chelsea die richtige Lösung gefunden hat (2:1, 1:0), scheint eine völlig neue Taktik herausgetüftelt zu haben. Inter dürfte erstmals überhaupt unter ihm in einem 4-1-4-1-System auflaufen. Der Kameruner Samuel Eto'o wäre dann auf der linken Seite aktiv, während Topskorer Diego Milito einzige Spitze wäre. Ein verstärktes Mittelfeld, dem auch der gelernte Aussenverteidiger Maicon angehören würde, soll die ballsicheren Spanier stoppen.

si

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