Zum Hauptinhalt springen

Leben und Sterben des Beckenbauer-Sohns

Er war vor allem der Sohn des Kaisers. Nun ist Stephan Beckenbauer nach schwerer Krankheit gestorben.

Stephan Beckenbauer wurde lediglich 46 Jahre alt. Foto: ZVG.
Stephan Beckenbauer wurde lediglich 46 Jahre alt. Foto: ZVG.

Es war nur eine kurze Notiz, die an diesem 1. August aus Deutschland kam: «Franz Beckenbauer trauert um seinen Sohn Stephan, der nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 46 Jahren gestorben ist.» Beckenbauer junior, der nach Medieninformationen an einem Hirntumor litt, hinterlässt seine Frau und drei Kinder. Seine Spielerkarriere hatte er, der für die Massen in erster Linie immer nur der Sohn des Kaisers war, schon 1998 wegen einer schweren Knieverletzung beendet. Nach zwölf Bundesliga-Einsätzen für den 1. FC Saarbrücken sowie weiteren Engagements bei 1860 München und den Amateuren des FC Bayern. In der Saison 1991/92 war Stephan Beckenbauer beim FC Grenchen unter Vertrag.

Die Erwartungen, die Deutschlands Fussballgemeinde des grossen Namens wegen an ihn hatte, konnte Stephan Beckenbauer nie erfüllen. Wenn während seiner Aktivzeit über ihn geschrieben wurde, musste er meist als Beispiel herhalten für einen Sohn, der es eben nicht geschafft hat. Für Bastian Schweinsteiger, bis zu seinem Transfer nach Manchester in diesem Sommer die Symbolfigur des FC Bayern, war Beckenbauer junior gleichwohl eine ganz wichtige Figur. «Dank ihm habe ich die bestmögliche Entscheidung getroffen, bei Bayern zu bleiben, als mich andere Vereine wollten», sagte der Weltmeister von 2014 über seinen einstigen U-17-Coach.

In den letzten Jahren wurde es ruhig um Stephan Beckenbauer. Im Fokus stand er nur noch einmal: Ende 2013 im Zuge einer leidigen Affäre während eines Juniorenspiels. Als Betreuer der U-12 des FC Bayern soll er während eines Spiels in Ismaning den 14-jährigen Schiedsrichter beleidigt haben. Die «Süddeutsche Zeitung» griff die Geschichte auf. Titel: «Beleidigungen in Kaisers Namen». Wäre niemand mit dem Namen Beckenbauer involviert gewesen, hätte die Zeitung dem Vorfall kaum irgendeine Bedeutung beigemessen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch