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«Ich habe genug gespielt und dazu beigetragen»

Zum zweiten Mal Champions-League-Sieger: Xherdan Shaqiri über Kritiker, seine Zurückhaltung wegen der Nations League – und die grössen Feierbiester Liverpools.

Grosser Triumph: So feiert Xherdan Shaqiri auf dem Rasen. Video: Instagram

Er hat an diesem Samstagabend in Madrid Geschichte geschrieben. Schweizer Fussballgeschichte. Ja, Xherdan Shaqiri hat beim Champions-League-Finalsieg gegen Tottenham (2:0) nicht gespielt. Aber Xherdan Shaqiri ist dennoch der erste Schweizer Fussballer, der die Königsklasse zweimal gewinnen konnte. Auch 2013 kam er im Final als Bayern-Spieler nicht zum Einsatz. Den erneuten Erfolg liess er sich dennoch nicht kleinreden: «Ich habe genug gespielt, genug dazu beigetragen.» Ausserdem sei es normal, dass Trainer Jürgen Klopp beim lange engen Spielstand «nicht gleich alle Offensivspieler einwechselt».

Viermal durfte er in dieser Champions-League-Saison ran. Er war im Halbfinal-Rückspiel gegen Barcelona mit seiner punktgenauen Flanke vor dem 3:0 massgeblich an der wundersamen Wende beteiligt – und ermöglichte so erst den Einzug in den Final. Wie beliebt er im Team ist, wurde in der Mixed Zone in Madrid schnell erkennbar. Mitspieler scherzten mit ihm, Klopp klopfte ihm beim Vorbeigehen väterlich auf die Schulter. Nur ihm.

Denn der Deutsche weiss, was er am Schweizer Nationalspieler hat. Auch wenn Shaqiri an keinem aus dem Offensivtrio Mané/Firmino/Salah vorbeikommt, ist der von den Fans als «Super-Sub» gefeierte Edeljoker ein zuverlässiger Wert, wenn einer der drei Stars mal eine Pause braucht. 30-mal kam er in der abgelaufenen Saison zum Einsatz, dabei gelangen ihm sechs Tore und fünf Vorlagen. «Ich bin wirklich glücklich, ihn bei uns zu haben», sagte Klopp vor wenigen Tagen.

«Die ganz Verrückten haben nachgesprayt»

Deshalb war Shaqiris Laune auch nach 90 Minuten Ersatzbank ungetrübt: «Diesen Pokal in den Händen zu halten, ist ein unbeschreibliches Gefühl.» In der Kabine sei es «recht abgegangen». Die grössten Feierbiester bei Liverpool? «Die Südamerikaner, die sind gut im Partymachen.» Im Gegensatz zu vielen Mitspielern verbargen sich unter seinem Cap aber keine rotgefärbten Haare. «Die Farbe habe ich in der Dusche weggewaschen», sagte er lachend. In dem Moment lief Roberto Firmino vorbei, mit leuchtend roter Haarpracht. Shaqiri sagte: «Die ganz Verrückten haben nachgesprayt.» Bei der offiziellen Feier in Liverpool (Sonntag ab 17 Uhr) wird dann aber das ganze Team wieder mit rotgefärbtem Haupt erscheinen.

Vorher wartete aber noch eine lange, lange Nacht. Gegen Mittag startete der Flieger. «So bleiben noch ein, zwei Stündchen Schlaf», sagte der Linksfuss und lachte herzhaft. Wird es für Shaqiri, sonst nicht so der Trinker, zum speziellen Anlass doch noch ein Bierchen geben? «Mal sehen. Am Mittwoch steht ja wieder ein wichtiges Spiel an.»

Ab Montag Fokus auf Portugal

Damit ist die Brücke geschlagen. Denn während die meisten Mitspieler in die Ferien reisen, geht es für Shaqiri beim Final Four der Nations League um den letzten Titel der Saison. Bisher war die Partie gegen Portugal «eher im Hinterkopf». Ab Montag will er den Fokus voll auf die Nationalmannschaft legen, wie der Rest des Teams fliegt er dann nach Porto.

Zuvor möchte er aber noch die grosse Sause vom Sonntag geniessen. Zehntausende Liverpool-Fans werden erwartet. «Ein bisschen feiern muss man, die Champions League gewinnt man nicht alle Tage.»

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