Hütter: «Wir müssen alles reinwerfen»

Der YB-Trainer verlangt zum Abschied in der Europa League von seinen Young Boys gegen Astana nochmals einen Kraftakt.

Adi Hütter: «Wir wollen ein gutes letztes Heimspiel 2016 zeigen.»

Adi Hütter: «Wir wollen ein gutes letztes Heimspiel 2016 zeigen.»

(Bild: Keystone)

Als Trainer im bezahlten Fussball sollte man auch ein guter Verkäufer sein. Adi Hütter hat dies verinnerlicht. Donnerstagabend trifft YB im letzten Gruppenspiel der Europa League auf Astana. Es ist ein Spiel, bei dem beide Mannschaften Abschied nehmen: Servus Europa League. Aber der YB-Trainer will nichts von einem Kehrausspiel wissen.

Bei Lichte betrachtet, geht es sportlich um nicht mehr viel. Werder Astana noch YB können bei einem Sieg den Gruppenzweiten Olympiakos Piräus noch aus dem Wettbewerb werfen, weil die Griechen bei Punktgleichheit gegenüber beiden Teams die bessere Bilanz in den Direktbegegnungen aufweisen.

Hütter verlangt aber von seinen Spielern, dass sie «alles reinwerfen, von der ersten bis zur letzten Minute». Er wollte auch nicht sagen, ob er einigen Spielern vor dem letzten Meisterschaftsspiel in Thun am Sonntag (16.00) eine Ruhepause gönnen werde. Immerhin ist die Partie gegen den kasachischen Meister das 30. Spiel dieser Saison. Auf die Frage, ob Marco Wölfli im Tor wieder einmal zum Einsatz komme und die Nummer 1 Yvon Mvogo auf der Bank sitze, antwortete Hütter: «Wir haben zwei Torhüter, Mvogo und Wölfli. Einer davon wird spielen.»

Die Partie sei wichtig, betonte Hütter, auch mit Blick auf die Uefa-5-Jahreswertung. «Wir werden alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir wollen unseren Fans ein gutes letztes Heimspiel 2016 zeigen.»

Bleibt für die YB-Fans zu hoffen, dass sich die YB-Spieler Donnerstagabend genauso motiviert zeigen wie ihr Trainer. Zudem geht es auch um Geld. Zur Erinnerung: Ein Sieg in den Gruppenspielen der Europa League wird von der Uefa mit 360'000 Euro honoriert, ein Unentschieden mit 120'000. Bisher haben die Young Boys mit einem Sieg und zwei Unentschieden etwas mehr als eine «halbe Chischte» eingespielt, um der Terminologie von YB-Besitzer Andy Rihs zu folgen.

Zudem könnten die Young Boys mit einem Sieg gegen Astana dazu beitragen, den in europäischen Clubwettbewerben wichtigen Koeffizienten der Schweizer Vereine zu verbessern.

Gesperrt sind Mbabu, der in Piräus die Rote Karte sah, und Lecjaks. Zudem sind Wüthrich, Rochat, Ravet, Joss und Zakaria verletzt oder rekonvaleszent. Und Yuya Kubo ist bereits in die Winterferien nach Japan gereist. Das ist eine Geste der Anerkennung der Vereinsleitung für Kubos tadelloses Verhalten im Sommer, als er nach der Verletzung von Alexander Gerndt auf Order von YB auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio hatte verzichten müssen.

Astana testete in Baden

Astana weilt bereits seit vergangenem Wochenende in der Schweiz. In Kasachstan ruht der nationale Spielbetrieb seit Ende Oktober. Am Sonntag testete das Team auf dem Kunstrasen im Stadion Esp in Baden gegen den dortigen Erstligisten und gewann 7:0.

7200 Tickets sind für das Spiel gegen Astana abgesetzt worden, mitgezählt sind auch die «Packages», die für alle drei Heimpartien von YB in der Europa League gekauft werden konnten. Wie viele Käufer davon auch gegen Astana im Stade de Suisse erscheinen, um zu sehen, wie die Young Boys nochmals «alles reinwerfen», wird sich zeigen.

Der Bund

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