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Hütter hofft auf das «perfekte Spiel»

YB will am Mittwoch gegen Dynamo Kiew ein 1:3 wettmachen und erneut ins Playoff der Champions League einziehen. Das sind die Fragen vor dem Rückspiel im Stade de Suisse.

Nach seiner Einwechslung am Samstag gegen die Grasshoppers wird Marco Wölfli seine Mitspieler heute von Beginn weg dirigieren.
Nach seiner Einwechslung am Samstag gegen die Grasshoppers wird Marco Wölfli seine Mitspieler heute von Beginn weg dirigieren.
Urs Lindt (freshfocus)

Wie stehen die Chancen der Young Boys auf ein Weiterkommen?

Es sah nach einem günstigen Resultat aus, als YB im Hinspiel in Kiew spät auf 1:2 verkürzte. Dann kam «dieses billige dritte Gegentor», wie es Adi Hütter beschreibt, welches die Konstellation wieder erheblich erschwerte. Der Auswärtstreffer von Christian Fassnacht ist trotzdem wertvoll. YB reichen nun zwei Tore zum Weiterkommen. «Die Ausgangslage ist so, dass auch dann noch vieles möglich ist, wenn es lange 0:0 stehen sollte», sagt Adi Hütter. Auch der YB-Trainer weiss: So komfortabel, wie das Resultat suggeriert, ist die Ausgangslage für Kiew nicht. Ein Tor der Berner, auch wenn es beispielsweise erst nach einer Stunde fällt, wird bei Dynamo rasch für Nervosität sorgen. Ausserdem müsste die bewegliche YB-Offensive der robusten, aber eher unbeweglichen Dynamo-Abwehr auf dem Kunstrasen wesentlich mehr Probleme bereiten können als im Hinspiel. «Wir können weiterkommen», sagt Hütter zu den Chancen seines Teams, «wir brauchen dafür aber ein perfektes Spiel.»

Wer wird bei den Young Boys im Tor stehen?

Das war die meistdiskutierte Frage vor dem heutigen Rückspiel. Hütter beantwortete sie schon gestern. «Wir wollen nichts riskieren, deshalb wird Marco Wölfli im Tor stehen», erklärt er. Für den Trainer ist die Gefahr zu gross, dass der bisher überzeugende David von Ballmoos bei einem neuerlichen Aufbrechen der mit fünf Stichen genähten Verletzung am Schienbein schon früh ausgewechselt werden müsste. «Und dann», sagt Hütter, «habe ich nur noch zwei Möglichkeiten zum Wechseln.» Weil er ein Spiel erwartet, bei dem «sehr viel passieren könnte», will er sich bezüglich Auswechslungen möglichst lange alle Optionen offen halten. Hütter hat volles Vertrauen in den 34-jährigen Routinier: «Er ist erfahren genug, um mit dieser Situation umgehen zu können. Und Marco Wölfli hat mich noch nie enttäuscht, wenn ich ihn eingesetzt habe.»

Kehren Sanogo und Hoarau in die Startformation zurück?

Gegen GC hat der YB-Trainer den angeschlagenen Sanogo geschont und Hoarau eine Pause verschrieben. Ohne die beiden Leaderfiguren gewann die Mannschaft 4:0. Das Spiel sei ein «tolles Signal» der Mannschaft gewesen, die ihr Potenzial ausgespielt habe, sagt Hütter. Morgen Mittwoch sei nun aber wieder «Champions Time», da brauche es «eine gute Mischung» und damit auch Spieler mit der nötigen Erfahrung für eine solch schwierige Aufgabe. Deshalb ist davon auszugehen, dass Sanogo wie Hoarau im Rückspiel in der Startelf stehen. Im Gegensatz zum Hinspiel, als er auf ein 4:1:4:1 setzte, hat der YB-Trainer angekündigt, diesmal wieder mit zwei Stürmern anzutreten. Neben Hoarau dürfte der formstarke Assalé den Vortritt gegenüber Neuling Nsamé erhalten, der als Joker sehr wertvoll sein könnte. Dasselbe dürfte für Sulejmani gelten, der ebenfalls wieder einsetzbar ist. In der Abwehr ist noch offen, ob Lotomba oder Benito auf der linken Seite verteidigt.

Wählt Adi Hütter eine ähnliche Taktik wie gegen Schachtar Donezk?

Gegen Donezk wollte YB zunächst kein Gegentor erhalten, forcierte nach der Pause die Offensive, traf durch Kubo zweimal und schaffte schliesslich das Weiterkommen im Penaltyschiessen. «Damals ist alles aufgegangen», erinnert sich Hütter. Den genau gleichen Gameplan will er heute dennoch nicht anwenden, «weil Donzek fussballerisch besser war und mitspielte, während Kiew mehr taktieren dürfte und deshalb in der Defensive schwerer zu knacken sein wird.» YB dürfte diesmal eine Spur riskieren, da der Trainer seiner gut bestückten Offensive offenbar viel zutraut. Auch ein allfälliges Gegentor, glaubt der Österreicher, müsse noch nicht das Aus bedeuten.

Wie wichtig ist das heutige Spiel für YB?

Interessant ist das heutige Spiel für YB aus sportlichen, finanziellen und strategischen Gründen. Überstehen die Berner die dritte Vorrunde, winkt im Playoff gar die Chance auf die lukrative Champions League. Wie letztes Jahr mit Mönchengladbach warten dort aber mit dem FC Sevilla, Napoli oder Liverpool erneut sehr hohe Hürden. Ein Weiterkommen gegen Dynamo Kiew würde aber zumindest schon garantieren, dass YB in der Gruppenphase der Europa League vertreten ist. Damit wären Mindesteinnahmen im Bereich von fünf bis sechs Millionen Franken bereits sicher. Generell ist festzuhalten: Auftritte auf der europäischen Bühne werden für die Young Boys mit der neuen Club-Philosophie noch bedeutender. «Wenn wir die besten Talente verpflichten wollen, muss es unser Ziel sein, regelmässig im Europacup dabei zu sein», hat Sportchef Christoph Spycher vor der neuen Saison erklärt. Ein internationales Schaufenster bieten zu können, bringt mehrere Vorteile. Es ist für die jungen Spieler reizvoll, da sie sich dort für einen späteren Transfer ins Ausland empfehlen können. Und es ist für den Club attraktiv, weil die Talente mit guten Leistungen dort ihren Wert steigern, was auch in Zukunft stattliche Transfereinnahmen ermöglicht.

Kann YB heute auf mehr Unterstützung zählen als vor einem Jahr gegen Donezk?

Es schien ein stimmungsloser Abend im Stade de Suisse zu werden vor einem Jahr, als sich YB anschickte, in der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Donezk die zwei Gegentore aus dem Hinspiel wettzumachen. Nur 9365 Zuschauer waren erschienen, hatten noch an die Mannschaft geglaubt. Sie wurden mit einem unvergesslichen Fussballabend belohnt. Vor dem heutigen Duell mit Dynamo Kiew, dem zweiten Topteam aus der Ukraine, geniessen die Young Boys offenbar mehr Kredit. Erwartet werden über 15'000 Zuschauer. «Wir müssen versuchen, das Publikum hinter uns zu bringen», hofft Hütter auf zusätzlichen Support.

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