Zum Hauptinhalt springen

Hoeness rückt von Kovac ab: «Absolut inakzeptabel»

Der Bayern-Trainer soll auch am Dienstag gegen Benfica Lissabon auf der Bank sitzen. Zum letzten Mal?

Ein Tor mitten ins Herz: Uli Hoeness kann nach dem späten 3:3 nicht mehr hinsehen.
Ein Tor mitten ins Herz: Uli Hoeness kann nach dem späten 3:3 nicht mehr hinsehen.
Keystone

Niko Kovac bewegte keinen einzigen Gesichtsmuskel, Uli Hoeness auch nicht. Die Kamera zeigte den Bayern-Trainer und den Bayern-Präsidenten in Nahaufnahme, als der Düsseldorfer Dodi Lukebakio in der Nachspielzeit gerade das 3:3 für den Aufsteiger geschossen hatte. Der FC Bayern war weit aufgerückt, ein einziger Steilpass genügte, um das ganze Defensivkonzept auszuhebeln. Lukebakio rannte einfach auf Manuel Neuer zu und traf den FC Bayern ins Herz.

Es war ein einfaches Tor, ein Gegentor, das eine Spitzenmannschaft nicht fangen darf, schon gar nicht zu Hause. «Von diesem Schock muss ich mich jetzt erst mal erholen. Wir spielen sehr schlechten Fussball, einen uninspirierten Fussball und einen Fussball ohne Selbstvertrauen», sagte ein mächtig angesäuerter Hoeness nach dem Spiel. «Das, was heute passiert ist, ist absolut inakzeptabel.»

Hoeness sprach zwar von «Slapstick-Einlagen vor den Gegentoren», er rückte aber auch merklich von Trainer Niko Kovac ab. «Am Dienstag gegen Benfica Lissabon wird er sicherlich unser Trainer sein. Danach müssen wir uns schon nochmal zusammensetzen und überlegen, wie es weitergehen soll. Denn Tatsache ist, dass wir natürlich eine schwierige Ausgangsposition für den Rest der Saison sehen.» Es gelte nun vorerst Ruhe zu bewahren, fand Hoeness. Ehe er vielsagend anfügte: «Das fällt schwer, das gebe ich absolut zu.»

Kovac betreibt rethorische Selbstverteidigung

Kapitän Manuel Neuer nahm hingegen seinen Trainer ausdrücklich in Schutz: «Wenn wir das umgesetzt hätten, was er uns mit auf den Weg gegeben hat, hätten wir Fünfnull gewonnen.» Niko Kovac stellte in der Pressekonferenz nach dem Spiel eine Art eigene rhetorische Frage, sie sollte seine Gefühle beschreiben: «Ich weiss nicht, ob es eine Steigerung von sauer gibt.» Er sagte: «Wenn man so verteidigt, egal ob gegen einen Aufsteiger oder in der Champions League - diese Fehler werden bestraft.» Dann brachte er noch einen interessanten Satz an, es ging um die Gegentore, oder, wie Kovac es ausdrückte, um individuelle Fehler: «Die kann kein Trainer der Welt verhindern.» In diesem Moment betrieb Kovac rhetorische Selbstverteidigung.

Er werde jetzt «keine Generalschelte» vornehmen, sagte Kovac noch, man müsse «wie immer alles aufarbeiten». 90 Minuten habe sein Team es «ordentlich gemacht», abgesehen von den Fehlern. Man dürfe, sagte Kovac, dieses Spiel «nie im Leben hergeben». Kurze Pause. «Nie.» Erneute Pause. «Selbst dann nicht.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch