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Hoeness kritisiert Blatter

In einem Interview der aktuellen «Sport Bild» fährt Bayerns Präsident Uli Hoeness gegen die Fifa scharfes Geschütz auf.

Rechnet mit Blatter ab: Bayerns Präsident Uli Hoeness spricht Klartext.
Rechnet mit Blatter ab: Bayerns Präsident Uli Hoeness spricht Klartext.
Keystone

Der deutsche Weltmeister von 1974 nimmt kein Blatt vor den Mund. «Sport Bild» fragt Hoeness nach der umstrittenen WM-Vergabe nach Russland und Quatar. Der Vorwurf von gekauften Stimmen stehe im Raum. «Ich kann nur sagen, dass die Fifa kein Fettnäpfchen auslässt. Ein Skandal jagt derzeit den anderen. Ich glaube, Herr Blatter und die anderen Verantwortlichen müssen sich langsam die Frage stellen, ob das alles so weitergehen kann», so Hoeness.

Es sei ein Skandal, wie dort die Dinge ablaufen würden. «Offensichtlich hat heutzutage nur noch eine Bewerbung Erfolg, wenn zusätzlich Zahlungen unter dem Tisch gemacht werden. Da muss ich sagen: So wird das gute Image des Fussballs kaputt gemacht. Wenn die Vereine und die Uefa, die wirklich einen guten Job macht, nicht ständig die Ehre retten würden, wäre das Image längst im Keller.»

«Blatter müsste sich mal selbst infrage stellen»

«Sport Bild» will wissen, wie der offensichtliche Mangel an Transparenz beseitigt werden kann. Auch da hat Hoeness seine klaren Vorstellungen. «Man könnte zum Beispiel verlangen, dass sich ein Herr Blatter selbst mal infrage stellt, weil er die Dinge nicht mehr im Griff hat. Aber dann käme nur der nächste Fifa-Vertreter, der kein Deut besser wäre. Meiner Meinung nach muss bei der Fifa das ganze System überarbeitet werden. Es ist an der Zeit, dass die starken Verbände aus Deutschland, England, Spanien oder Frankreich mal kräftig aufräumen», so Hoeness.

Hoeness denkt, dass er bei der Fifa bei einem Aufräumjob ohne Chance wäre. «Ein Mann wie ich würde doch keine zwei Stimmen bekommen, darüber muss man sich im Klaren sein. All diejenigen, die für ihren Verband mal ein paar Dollar bekommen haben, würden da anders stimmen. Wenn ich höre, dass in Brasilien der Verbandschef Ricardo Teixeira 0,01 Prozent der Risiken der WM 2014 trägt, aber 50 Prozent des Gewinns bekommt, ist das doch ein Wahnsinn. Eine Veränderung kann nur beginnen, wenn die grossen Verbände nun mal sagen: So, jetzt reicht es.»

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