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Hoaraus Gesundheitszustand als Geheimsache

YB-Torjäger Guillaume Hoarau ist für den Cuphalbfinal vom Dienstag fraglich. Mehr wollen die Young Boys nicht verraten.

Angeschlagen: YB-Stürmer Guillaume Hoarau.
Angeschlagen: YB-Stürmer Guillaume Hoarau.
Raphael Moser

Im Gesicht von YB-Trainer Adi Hütter ist keine Regung zu er­kennen, als ihm die Frage gestellt wird, die vor dem heutigen Cup­halbfinal im Stade der Suisse gegen Basel (20.15 Uhr, SRF 2) ähnlich viel Gesprächsstoff bietet wie die ­vorherrschende sibirische Kälte. Nämlich, wie es um den Gesundheitszustand von Guillaume Hoarau steht. Der Stürmer musste am Samstagabend beim 1:0-Heimsieg gegen den FC Sion in der Schlussphase ausgewechselt werden. Was also plagt den Franzosen? «Wir geben keine genaueren Angaben», sagt Hütter, der Pokerspieler.

Taktik wie im Eishockey

Eine Blessur nicht zu benennen, ist im Eishockey gang und gäbe. Vor allem dann, wenn die Saison ins Playoff geht. Im Fussball hingegen wird das Verletztenbulletin in der Regel transparent gemacht.

Insofern ist keine Angabe auch eine vielsagende Antwort. Wäre der heutige Rahmen nicht der Cuphalbfinal und wäre der Gegner nicht der FC Basel, würden die Berner kaum eine solche ­Geheimnistuerei veranstalten. Es dürfte ihnen ganz recht sein, wenn der grosse Konkurrent noch ein wenig rätselt, ob der grosse Goalgetter einsatzfähig sein wird oder nicht. Wobei: Spielt das eine Rolle? «Auch bei einem Ausfall von Hoarau haben die Young Boys noch genug Qualitäten, das haben sie bewiesen, als er verletzt war», sagte Trainer Raphael Wicky am Montag.

Ohne Hoarau kein Erfolg, diese Gleichung hat in der Vorrunde ­ihre Gültigkeit verloren. Jean-Pierre Nsame, fünf Zentimeter kleiner als Hoarau, fünf Kilogramm kräftiger, füllte die Rolle des Stossstürmers vorzüglich aus. In 17 Partien erzielte er neun Treffer, in der Torschützenliste ist er auf dem zweiten Platz rangiert. Allerdings darf hinter den Formstand des 24-jährigen Kameruners ein Fragezeichen gesetzt werden. Während Hoarau seit der Winterpause in vier Partien sechsmal getroffen hat, ist Nsame lediglich 31 Minuten zum Einsatz gekommen, sein letztes Tor erzielte er Anfang November. Es sind nicht eben Werte, die Selbstvertrauen vermitteln.

Kein Grund zur Rotation

Hütter managte die Einsatz­zeiten seines Kaders zuletzt konservativ. Nsame etwa brachte er gegen St. Gallen und Lausanne trotz komfortabler Führung spät, gegen Thun setzte er ihn gar nicht ein, gegen Sion erst, als Hoarau signalisierte, Probleme zu haben. Auf die Frage, ob er sich überlegt habe, gegen die Walliser zu rotieren, sagt der Österreicher. «Man muss jedem einzelnen Spiel die Wertigkeit geben. Und wir haben im Herbst bewiesen, dass wir zwei Spiele pro Woche erfolgreich bestreiten können.»

Der 1:0-Sieg mit Hoarau als Torschützen gab Hütter recht. Ebenso, dass der Vorsprung auf den FC Basel, dessen Spiel am Samstag in Lausanne wegen des gefrorenen Platzes abgesagt werden musste, nun elf Punkte beträgt.

Nur: Da sind nun eben die Sorgen um Hoarau. Der Franzose konnte am Montag nicht mittrainieren, so viel verriet Adi Hütter am Montagmittag noch. «Uns bleiben noch ein paar Stunden, zu entscheiden, ob er spielen kann oder nicht.»

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