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Hitzfeld lässt die Katze früh aus dem Sack

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft tritt am Freitag in Slowenien mit den Innenverteidigern Steve von Bergen und Johan Djourou zum ersten Spiel der WM-Qualifikation an.

Djourou und Vonbergen dürfen ran: Ottmar Hitzfeld hat sich entschieden.
Djourou und Vonbergen dürfen ran: Ottmar Hitzfeld hat sich entschieden.
Keystone

Benaglio, Lichtsteiner, Djourou, Von Bergen, Rodriguez, Behrami, Inler, Shaqiri, Xhaka, Barnetta und Derdiyok: Schon drei Tage vor dem Spiel in Slowenien ist klar, wie die Aufstellung der Schweiz aussehen wird. Trainer Ottmar Hitzfeld verzichtete beim Training vom Dienstag in Rapperswil-Jona auf Geheimniskrämerei. Kaum standen die Spieler auf dem Rasen, teilte der Deutsche das Team in zwei Gruppen auf: links die elf Stammspieler, rechts die Ersatzleute.

Fragezeichen hatte es ohnehin nur sehr wenige gegeben. Eigentlich nur ein einziges. Wer würde in der Innenverteidigung spielen? Hitzfeld hatte nicht gerade eine angenehme Wahl. Johan Djourou hat mit Arsenal in dieser Saison noch keine Sekunde in einem Pflichtspiel gespielt. Steve von Bergen ist bei seinem neuen Club Palermo zwar Stammkraft, verlor aber in den ersten zwei Partien der Serie A jeweils 0:3. Und der dritte Innenverteidiger, Jonathan Rossini von Sampdoria Genua, gehört erst zum zweiten Mal und erstmals seit März 2010 wieder zum Kreis der Nationalmannschaft.

«Ich bin so gut in Form wie noch nie»

Weil zudem auch der linke Aussenverteidiger Ricardo Rodriguez nach dem 0:4 vom letzten Sonntag mit Wolfsburg gegen Hannover ein Negativerlebnis zu verarbeiten hat, war das Problem in der Schweizer Mannschaft schnell geortet. Die Abwehr wurde zum Schwachpunkt gestempelt. Die Angesprochenen sehen das nicht so. Djourou findet: «Ich bin so gut in Form wie noch nie.» Und Von Bergen schwächt ab: «Vor jedem Spiel haben wir offenbar andere Probleme. Einmal heisst es, wir schiessen zu wenige Tore. Dann spielen wir zu defensiv. Oder, wie jetzt, wird gesagt, wir seien hinten schwach. Entscheidend ist aber, dass wir als Team kompakt sind und Vertrauen haben. Und das ist im Moment der Fall.»

Von Bergen und der slowenische Clubkollege

Was ihn und seine Kumpanen in der Abwehr in Slowenien erwartet, scheint Von Bergen ein wenig abschätzen zu können. Der angeblich beste Mann des ersten WM-Gegners ist ein Teamkollege von ihm in Palermo: Josip Ilicic, der Spielmacher. «Er ist am Ball unglaublich stark, im Dribbling gefährlich und er hat mit dem linken Fuss einen harten Schuss.» Mit Jasmin Kurtic steht zudem ein weiterer Teamkollegen Von Bergens im Kader der Slowenen.

Von Bergen spielt erst seit ein paar Tagen mit den beiden Slowenen zusammen. Denn eigentlich hätte er mit Genoa in die neue Saison steigen sollen. Der Wechsel von Cesena zu Genoa, dem ältesten Club Italiens, mit heissblütigem Anhang und grosser Tradition, hätte für Von Bergen ein nächster Karriereschritt werden sollen. Mit Cesena war er im zweiten Jahr im vergangenen Frühjahr abgestiegen.

Das Missverständnis Genoa

Doch mit Genoa hat er nur die Vorbereitung absolviert, ehe er weiterzog. Denn geschehen war, was in italienischen Mittelfeldclubs im Sommer oft passiert. Es blieb in und um die Mannschaft kein Stein auf dem anderen, eine Strategie war nicht zu erkennen. Von Bergen: «Der Sportchef, der mich verpflichtet hatte, war bei Trainingsbeginn schon wieder weg. Der Neue holte dann drei weitere Innenverteidiger und so standen wir zwei Wochen vor dem Saisonstart mit sieben Innenverteidigern da.»

Bis zum ersten Serie-A-Spiel war deshalb auch der neue Sportchef von Genoa schon wieder weg. So wie es auch Von Bergen weiterzog. «Als ich vom Testspiel mit der Schweiz in Kroatien nach Genua zurückkam, sagten sie mir, sie hätten eine Offerte von Palermo und ich könne gehen, wenn ich wollte.» Von Bergen wollte. Er hatte nur eine Bedingung: Er wollte keinen Leihvertrag unterschreiben. So bekam er in Palermo einen Vertrag für drei Jahre und stand nach wenigen Tagen schon in der Startformation. «Ich kannte noch nicht mal die Namen aller Mitspieler.»

Zumindest solche Probleme trifft er in der Nationalmannschaft nicht an. Von Bergen ist in der SFV-Auswahl etabliert. Er absolvierte unter Hitzfeld alle drei WM-Spiele 2010 in Südafrika und sechs von acht Partien in der EM-Qualifikation 2012. «Mit Djourou bilde ich ein eingespieltes Duo. Das klappt ganz gut.» In Zahlen übersetzt, heisst das: Die beiden spielten in den letzten 12 Monaten dreimal zusammen im Nationalteam. Zweimal davon blieben sie ohne Gegentor, darunter auswärts gegen den WM-Zweiten Holland.

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