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«Hitzfeld ist mit einer schwierigen Situation souverän umgegangen»

Hakan Yakin hat nach 87 Länderspielen und 20 Toren seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Ab sofort wird er als Kolumnist exklusiv für Redaktion Tamedia die Schweizer Nationalmannschaft begleiten.

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld fachsimpelt mit seinem ehemaligen Regisseur Hakan Yakin.
Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld fachsimpelt mit seinem ehemaligen Regisseur Hakan Yakin.
Keystone

Es gibt Journalisten, die tatsächlich immer noch der Ansicht sind, Trainer Ottmar Hitzfeld habe die Verjüngungskur der Nationalmannschaft eingeleitet. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die Rücktritte von Huggel, Spycher, Frei und Streller liessen ihm im Endeffekt ja gar keine andere Wahl. Hitzfeld hat auch bis zuletzt immer wieder betont, dass er vor allem auf die beiden Basler Stürmer Alex Frei und Marco Streller immer noch liebend gerne zurückgreifen würde.

Doch Ottmar Hitzfeld ist mit dieser für ihn zweifelsohne schwierigen Situation absolut souverän umgegangen. Er hat die Rücktritte dieser verdienstvollen Spieler, die für die Schweiz unheimlich viel geleistet haben, respektiert und akzeptiert. Er hat erst gar nicht versucht, den einen oder anderen umzustimmen. Ottmar Hitzfeld hat vielmehr einer jungen Schweizer Mannschaft sein uneingeschränktes Vertrauen ausgesprochen und seinen Spielern damit moralisch den Rücken gestärkt.

«Die Bulgaren waren kein Gradmesser»

Ich rechne ihm hoch an, dass er im ersten Spiel nach Streller und Frei in England seine junge Mannschaft mit viel Courage taktisch klug eingestellt hatte. Die Schweizer spielten nach vorne, kreierten Chancen und überraschten die Engländer mit einem rotzfrechen Auftritt. Das 2:2 hat uns dann in der EM-Qualifikation die Hoffnung wieder zurückgegeben. Und im letzten Spiel gegen die Bulgaren zeigte die junge Mannschaft, dass sie auch auf einen 0:1-Rückstand mit viel Moral reagieren kann. Trotzdem war das Spiel gegen die Bulgaren kein richtiger Gradmesser. Zu schwach spielte das Team des inzwischen entlassenen deutschen Trainers Lothar Matthäus. Schauen wir den Tatsachen doch ins Auge: Xherdan Shaqiri hat uns mit seinen drei Toren vor einer riesigen Enttäuschung bewahrt.

Man darf allerdings nicht darauf hoffen und sich schon gar nicht darauf verlassen, dass Shaqiri in jedem Spiel zu einem solchen Exploit fähig ist. Das wäre äusserst gefährlich. Deshalb müssen die jungen Schweizer jetzt als Kollektiv in Wales auftreten und ihre wirkliche Reifeprüfung ablegen. Und das ist nicht einfach. Die Waliser stellen eine äusserst kampfstarke Mannschaft, in der auch viele Routiniers stecken. Die Schweiz muss gewarnt sein. Im letzten EM-Qualifikationsspiel in England hat Wales die Sensation nur knapp verpasst und das Spiel eigentlich unverdient mit 0:1 verloren. Sie hatten Chancen und hätten ein Remis, wenn nicht sogar den Sieg, verdient.

«In Wales müssen die jungen Schweizer die Reifeprüfung ablegen»

Ich weiss aber aus eigener Erfahrung und aus vielen Trainings mit den jungen Schweizer Spielern, dass sie viel Qualität aufweisen und spielerisch stärker als die Waliser sind. Doch das alles nützt nichts. In Wales sind Leidenschaft und eine enorme Kampfkraft gefragt. Auch mental müssen die jungen Schweizer auf die Sekunde parat sein. Und das gehört eben auch zur Reifeprüfung.

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