Zum Hauptinhalt springen

Guardiola wird nach Klatsche gnadenlos zerpflückt

ManCity verliert beim letztjährigen Sensationsmeister deutlich. Das veranlasst die Engländer auch zu persönlicher Kritik am Startrainer.

Schwierige Zeit: Pep Guardiola steht in England hart in der Kritik.
Schwierige Zeit: Pep Guardiola steht in England hart in der Kritik.
Dave Thompson, Keystone

Es läuft nicht für Pep Guardiola. Von seinem Traumstart mit zehn Pflichtspielsiegen in Folge ist bei Manchester City nicht mehr viel übrig. Am Samstag setzte es ein heftiges 2:4 gegen Leicester City. Die zweite Liganiederlage in Folge. Jetzt hagelt es in England Kritik für den Trainer, wie es sie noch selten für den Spanier gab.

Die «Manchester Evening News» attestierten dem 45-Jährigen nach einer «Katastrophe» etwa «die grösste Krise seiner Trainerkarriere, nachdem die Blues von gewöhnlich hin zu furchtbar schlingerten». Die Art, wie Guardiola in der Defensive agieren lasse, sei «Kamikazefussball». TV-Experte Robbie Savage stellte bei BT Sport nach vier Gegentreffern beim Meister der Vorsaison bissig fest: «City ist defensiv ein Saustall. Welche Formation spielen die? Ein absoluter Saustall.»

Für Entrüstung auf der Insel sorgte Guardiola zudem mit der Aussage, dass er im Training keinen Wert auf Tacklings lege. Im traditionell körperbetonten Spiel der englischen Premier League ist ein derartig kuscheliger Ansatz ein No-Go. Die dänische Torhüterlegende Peter Schmeichel nannte Guardiola daraufhin «sehr arrogant», weil dieser seinen Spielstil für den besten halte und nicht den Gegebenheiten anpasse.

Pep Guardiola nimmt seine Spieler in Schutz

Wie bei Bayern München zieht der erfolgsgewohnte Coach seinen Stil in Manchester durch – dazu gehört neben dem Ballbesitz auch das extrem hohe und konteranfällige Verteidigen. Guardiola selbst nahm seine Spieler nach der fünften Pflichtspielpleite in den vergangenen 15 Spielen zumindest öffentlich in Schutz.

«Ich bin nicht enttäuscht von meinen Spielern. Ich kann nicht behaupten, dass wir schlecht gespielt haben. Ich hoffe, dass wir uns verbessern können», sagte Guardiola und nahm die Verantwortung für die herbe Pleite auf sich. Er müsse analysieren, meinte der Katalane, er brauche wie jeder Coach einfach etwas mehr Zeit.

Doch die ist selbst bei Manchester City, wo Guardiola bei seinem Amtsantritt im Sommer mit viel Macht ausgestattet wurde, nicht endlos. Der Spanier gilt für die Besitzer aus Abu Dhabi als Versprechen auf Meisterschaften und Champions-League-Siege. Nicht mittel- und nicht langfristig, sondern wenn möglich schon in dieser Saison.

Die Zwischenbilanz Mitte Dezember lässt an diesen Zielen Zweifel aufkommen: In der Champions League wurde zwar das Achtelfinale erreicht, mit neun Punkten und auf Platz zwei liegend jedoch alles andere als souverän. Und in der Liga beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Chelsea inzwischen bereits sieben Punkte. Viel Angriffsfläche, selbst für einen Meistertrainer wie Pep Guardiola.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch