Gesucht: Verteidiger

Den Young Boys gehen 
verletzungsbedingt 
die Abwehrspieler aus. 
Gegen Aarau (So 13.45 Uhr) muss Uli Forte deshalb bei 
der U-21 anklopfen.

Uli Forte hat gegen Aarau in der Verteidigung kaum Spielraum.

Uli Forte hat gegen Aarau in der Verteidigung kaum Spielraum.

(Bild: Tobias Anliker)

Es kommt äusserst selten vor, dass Uli Forte vor einem Spiel mit bedrückter Miene über die Ausgangslage spricht. Dieser Freitag ist so ein Tag, daran kann auch die strahlende Sonne nichts ändern. Was beim sonst so optimistischen bis euphorischen YB-Trainer die Stimmung dämpft, ist die immer akuter werdende Verteidigermisère. «Ja, es ist mühsam im Moment», sagt er mit einem Seufzen, bevor er mit der Aufzählung der Berner Verletztenliste beginnt. «Rochat fraglich, er wird eher nicht spielen, Von Bergen fraglich, Hadergjonaj fraglich, Sutter fällt aus.» Und weil der Club den jungen Innenverteidiger Gregory Wüthrich kürzlich an GC ausgeliehen hat, ist die Situation in der YB-Defensive vor der sonntäglichen Reise nach Aarau wirklich ziemlich prekär. Zwar könnte Forte angesichts der Umstände die angeschlagenen Von Bergen oder Hadergjonaj forcieren, das Risiko, dass sie danach gar längere Zeit ausfallen, will er aber nicht eingehen.

Doch was bleibt an Alternativen? Da ist sicher Marco Bürki, der gegen Sion vor Wochenfrist erstmals wieder zum Einsatz gekommen war. «Und wir müssen auf die U-21 zurückgreifen», sagt Forte. Dort ist Sven Joss, der beim Profiteam schon Testspiele bestritten hat, jener Kandidat, der am Sonntag sogar in die Startformation rücken könnte. Eine Systemumstellung auf nur drei Verteidiger will der YB-Trainer nur im äussersten Notfall in Betracht ziehen. «Wir sind mit der Viererkette zuletzt sehr gut gefahren, die Automatismen stimmen», lautet seine Begründung. «Und ausserdem ist es unsere Philosophie, in solchen Momenten jungen Talenten eine Chance zu geben.»

Costanzo darf nicht spielen

Trotz der Personalprobleme will Forte die positive Serie seines Teams auch in Aarau fortsetzen. Auch wenn die Erinnerungen ans Brügglifeld nicht die besten sind: Das 2:3 im Herbst war gleichzeitig die letzte Berner Auswärtsniederlage. Keine Angst haben muss er am Sonntag vor Gegentoren des ausgeliehenen Moreno Costanzo, der gegen seinen Ex-Klub vertraglich bedingt nicht auflaufen darf. YB habe bei Martinez oder den Schneuwlys schon «einige negative Erfahrungen mit Leihspielern gemacht», deshalb begrüsst es Forte, dass ein ausgeliehener Spieler nicht gegen seinen Klub antritt, an den er nach wie vor gebunden ist. Sportchef Fredy Bickel habe deshalb diese Klausel in den Leihvertrag eingebaut. «Es ist gescheiter so», glaubt Forte, «für uns, aber auch für den betroffenen Spieler.»

Der Bund

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