Gefängnis, Champions-League-Final, Indien

Die Geschichte von Jermaine Pennant, der für Grosses berufen schien – und jetzt in der siebten Liga kickt.

Jermaine Pennant (links) spielte in seiner Karriere bereits für 15 verschiedene Clubs.

Jermaine Pennant (links) spielte in seiner Karriere bereits für 15 verschiedene Clubs.

(Bild: Reuters)

Erinnern Sie sich noch an Jermaine Pennant? Wahrscheinlich nicht, er dürfte nur noch eingefleischten Liverpool-Fans ein Begriff sein. Der Mittelfeldspieler hat eine lange Karriere mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Er spielte für Arsenal, war im Gefängnis, stand im Champions-League-Final und kickte für Teams aus der indischen und singapurischen Liga. Nun spielt der mittlerweile 34-jährige Engländer in der siebten englischen Liga bei Billericay Town.

Pennants Odyssee begann bei Notts County, ehe er 1999, als damals teuerster Teenager in England, von Arsenal für 4,9 Millionen Franken verpflichtet wurde.

12 Einsätze in sechs Jahren

Es dauerte vier Jahre, bis er erstmals für Arsenal auf dem Platz stand. In seinem ersten Spiel von Anfang an erzielte er dann sogleich einen Hattrick, bei einem 6:1 gegen Southampton. Es war der einzige Höhepunkt in seiner Zeit bei Arsenal. Er spielte während sechs Jahren nur 12-mal für den Londoner Club. Es war eine schwierige Zeit.

«Von allen Coaches, die mich trainiert haben, war Arsène Wenger der einflussreichste in meiner Karriere. Dennoch schenkte er mir nie das nötige Vertrauen. Das war sehr frustrierend. Egal wie gut ich spielte, ich erhielt kein Aufgebot. Wir hatten ein gutes Team, und ich bin stolz, mit den Unbezwingbaren trainiert zu haben», sagte Pennant dem «Guardian». 2004 gewann Arsenal als erstes Team seit 115 Jahren die Premier League, ohne ein einziges Spiel verloren zu haben.

Champions-League-Final 2007

Seine Frustration führte zum Tiefpunkt seiner Karriere. Im Januar 2005 fuhr er ohne Führerschein mit seinem Mercedes, mit zu hohem Tempo und angetrunken in eine Strassenlaterne. Er wurde für drei Monate Gefängnis verurteilt. Nach einem Monat war er wieder auf freiem Fuss. Er setzte seine Karriere bei Birmingham City fort, und es schien wieder aufwärtszugehen, als er 2006 von Liverpool verpflichtet wurde und einen Vierjahresvertrag erhielt. Ein Jahr später folgte der sportliche Höhepunkt: Der Mittelfeldspieler spielte im Champions-League-Final gegen Milan.

Wie bereits bei Arsenal war sein Erfolg aber nur von kurzer Dauer. Er erlitt eine Verletzung, fiel lange aus. Als er wieder fit war, setzte Liverpool nicht mehr auf ihn und seine Odyssee ging weiter.

Nun will Jermaine Pennant in der siebten englischen Liga, bei seinem 15. Club, seine Karriere beenden, und dort gleich noch seine Trainerlaufbahn lancieren. Pennant spielt gerne für Billericay Town, er sieht es nur als eine weitere Station in seinem turbulenten Leben. «Ich bereue es nicht, hier zu sein. Ich bin nun 34 und keine 24 mehr. Nicht jeder Spieler kann von sich behaupten, auf dem höchsten Niveau gespielt zu haben. Ich hatte so viele Höhen und Tiefen, dies ist nun ein neuer Weg.» (sal)

DerBund.ch/Newsnet

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