«Fredy Bickel, braucht YB nicht einen Verteidiger?»

Das Heimspiel Samstag (20.00 Uhr) gegen Lugano wird für die Young Boys schon zum Stresstest.

Fredy Bickel erwartet in den nächsten zwei Heimspielen nichts als Siege.

Fredy Bickel erwartet in den nächsten zwei Heimspielen nichts als Siege.

(Bild: Keystone)

Fredy Bickel, nach der Verletzung von Alexander Gerndt reden wieder alle von der Stürmersuche. ­Brauchen die Young Boys nicht einen überragenden Verteidiger?
Wir haben fünf Innenverteidiger. Zudem ist die Kadergrösse vom Verwaltungsrat mit 23 Spielern vorgegeben. Ich kann da nicht einfach das Kader ausbauen.

Der «Bund» hat Ihnen diese Frage schon zum Ende der letzten Saison gestellt. Damals sagten Sie: «Wir werden sicher nicht Ausschau ­halten nach einem neuen Abwehrchef.» Bleiben Sie dabei?
Ja, natürlich. Wir hatten wegen Sperren und Verletzungen nicht alle Spieler an Bord. Aber deswegen kann ich nicht einfach weitere Verteidiger engagieren. Das ist auch eine finanzielle Frage.

Wir denken an die Europacupspiele gegen Everton vergangene Saison und an das 0:2 gegen Schachtar Donezk. Ein überragender Verteidiger, ist das eine naive Überlegung?
Nein, das ist keine naive Überlegung. Aber es ist auch eine Frage der Philosophie. Wir wollen unseren jungen Spielern eine Chance geben. Dazu müssen sie zum Einsatz kommen. Das ist immer auch ein Balanceakt. Klar würde es uns gut anstehen, in Zukunft einen überragenden Abwehrspieler zu holen. Aber im Moment ist das zu weit weg.

Wie funktioniert die Hierarchie? Müssen Sie Transfers mit dem neuen Verwaltungsrat Urs Siegenthaler absprechen?
Es läuft im Prinzip wie zuvor. Es gibt die Sportkommission. Zuvor war Werner Müller der Vorsitzende, jetzt ist es Urs Siegenthaler. Wir bringen die Vorschläge. Wir bedeutet Trainer Adi Hütter, Chefscout Stéphane Chapuisat und ich. Und die Sportkommission entscheidet dann mit dem Verwaltungsrat, ob unsere Vorschläge genehmigt werden oder nicht.

Bringt Urs Siegenthaler nicht selber Vorschläge?
Bisher noch nicht. Aber im Sommer war er natürlich noch beim DFB mit der deutschen Nationalmannschaft stark ­absorbiert. Ich habe mit ihm zurzeit vor allem Mailkontakt. Ich denke, das wird sich in Zukunft ändern.

YB hat am Samstag das Heimspiel gegen Lugano und in einer Woche empfängt es Thun zum Derby. Was erwarten Sie?
Ich erwarte, dass wir die beiden Spiele gewinnen. Um in der Meisterschaft einen Schritt vorwärtszukommen, muss man Partien gegen Gegner, die auf dem Papier schwächer besetzt sind, gewinnen. Das haben wir in der vergangenen Rückrunde gut umgesetzt, in der Zeit ­zuvor war uns das mehrmals nicht gelungen.

Gegen Lugano muss also ein Sieg her, ohne Wenn und Aber?
Das ist unsere Erwartung. Aber es gibt Spiele, da rennt man an, dominiert, fängt einen Konter ein und verliert. Man kann nicht im Voraus die Parole herausgeben: Dieses Spiel muss gewonnen ­werden, sonst ist Feuer im Dach. Man muss immer berücksichtigen, wie der Spielverlauf war.

Die Doppelbelastung Europacup und Super League war für die Young Boys in den vergangenen Jahren oft ein Problem. Letzte Saison verlor YB früh den Anschluss an Basel.
Das ist so. Die nächsten beiden Heimspiele in der Super League sind für uns unheimlich wichtig. Das müssen wir diese Saison besser machen als vor einem Jahr. Die Doppelbelastung darf keine Ausrede sein.

Die Partie gegen den FC Lugano können Sie heute ab 20 Uhr auf DerBund.ch/Newsnet im Liveticker verfolgen.

Der Bund

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