Franzosen verwechseln Albanien und Andorra

Peinlicher Fauxpas im Stade de France, es wird die falsche Hymne gespielt. Und das war nicht mal das einzige Missgeschick.

Verwirrung bei den Albanern: Aus den Lautsprechern tönt die falsche Hymne. (Video: Virgin Media Sports)

Amir Abrashi hat bestimmt schon einiges erlebt und gesehen in seiner Karriere. Über 150 Spiele bestritt er einst für die Grasshoppers, nun ist er seit vier Jahren beim SC Freiburg aktiv und hat für die albanische Nationalmannschaft 31 Spiele bestritten. Am Samstagabend war er bereit für Einsatz Nummer 32, Arm in Arm standen er und seine Kollegen bereit und warteten auf die ersten Töne der Hymne – von Andorra.

Einige schauten sich verwirrt um, andere liessen sich nichts anmerken. Und Abrashi starrte Löcher in die Luft, sichtlich verwirrt ob der falschen Töne. Im Stade de France, Albanien traf da auf Frankreich, hatten sie die beiden Länder, die nicht viel mehr gemeinsam haben als ihren Anfangsbuchstaben, offensichtlich verwechselt. Und es kam noch schlimmer, als ein drittes Land ins Spiel kam. Der Stadionsprecher entschuldigte sich artig, nicht aber bei den albanischen Fans, sondern bei den armenischen, die sich wohl schon auf dem Weg nach Bosnien befinden, um da am Sonntag ihr Team zu unterstützen.

Die Albaner regten sich auf, es kam zu Diskussionen am Spielfeldrand, die Hymne Andorras wurde nämlich bis zum Ende gespielt. Die Albaner erklärten, sie würden nur spielen, wenn sie die richtige Hymne singen dürfen. Das durften sie, und beim zweiten Versuch klappte es. Die Albaner sangen inbrünstig mit, das Spiel begann mit sieben Minuten Verspätung. Frankreich gewann 4:1, bereits in der Startphase traf Kingsley Coman, zur Pause stand es nach einem Tor Olivier Giroud 2:0. In Halbzeit 2 blieb Frankreich überlegen, Coman und Jonathan Ikoné erhöhten zum 4:0. Albanien kam in der Nachspielzeit zum Ehrentreffer durch Sokol Cikalleshi. Er traf mittels Penalty.

Türkei und Portugal ebenfalls siegreich

Weil die Türken eine Blamage gegen Andorra gerade noch so abwendeten, kommt es in der Gruppe H zum grossen Zusammenschluss. Frankreich, die Türkei und und Island haben nach fünf Spielen je zwölf Punkte geholt und liegen punktgleich vorne, mit Frankreich an der Spitze dank dem Torverhältnis. Dahinter können sich Albanien (6 Punkte), Moldawien (3) und Andorra (0) nur noch wenig Chancen machen, es an die EM 2020 zu schaffen.

Auch Titelverteidiger Portugal hat nach dem Fehlstart den ersten Sieg geholt. Nach zuvor zwei Unentschieden setzte sich der Europameister in Belgrad gegen Serbien mit 4:2 (1:0) durch. William Carvalho (42. Minute), Gonçalo Guedes (58.), Cristiano Ronaldo (80.) und Bernardo Silva (86.) machten den Dreier perfekt, mit dem sich die Portugiesen in der Tabelle der Gruppe B nach drei Spielen mit fünf Punkten auf Platz zwei verbesserten.

Resultate und Tabellen:

Gruppe A – 5. Spieltag:
Kosovo - Tschechien 2:1 (1:1)
England - Bulgarien 4:0 (1:0)
Rangliste:
1. England 3 Spiele / 9 Punkte. 2. Kosovo 4/8. 3. Tschechien 4/6. 4. Bulgarien 4/2. 5. Montenegro 4/2.

Gruppe B – 5. Spieltag:
Litauen - Ukraine 0:3 (0:2)
Serbien - Portugal 2:4 (0:1)
Rangliste:
1. Ukraine 5/13. 2. Portugal 3/5. 3. Luxemburg 4/4. 4. Serbien 4/4. 5. Litauen 4/1.

Gruppe H – 5. Spieltag:
Island - Moldawien 3:0 (1:0)
Frankreich - Albanien 4:1 (2:0)
Türkei - Andorra 1:0 (0:0)
Rangliste:
1. Frankreich 5/12. 2. Türkei 5/12. 3. Island 5/12. 4. Albanien 5/6. 5. Moldawien 5/3. 6. Andorra 5/0.

mro

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