Fink ist ein cleverer Schachzug von GC

Thorsten Fink bringt vieles mit, was ein Trainer braucht, der den Grasshoppers helfen soll.

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Im letzten Frühjahr wäre Thorsten Fink wohl zu Fuss von Wien nach Basel gekommen, wenn er noch einmal bei seinem ehemaligen Club hätte anheuern können. Jetzt ist der Deutsche mit einem Jahr Verspätung zurück in der Schweiz. Es ist ein cleverer Schachzug der Grasshoppers, dass sie an den einstigen FCB-Meistertrainer gedacht haben. Beinahe hätte man ja vergessen, dass dieser Club mit seinem Hang zum öffentlich ausgebreiteten Chaos tatsächlich auch zu überlegten Handlungen in der Lage ist.

Und so eine ist die Verpflichtung von Fink. Der 50-Jährige bringt vieles mit, was ein Trainer bei den Grasshoppers braucht. Da ist zunächst sein Charakter. Fink ist unkompliziert, oft jovial – und nicht nachtragend. Hat er mit jemandem ein Problem, sagt er es geradeheraus. Aber dann ist auch meist wieder gut. Das kann ihm nur helfen in einem Club, der in seinen vielen Führungskämpfen und Königsmorden manchmal wirkt wie der oströmische Kaiserhof.

Thorsten Fink mag es gerade heraus. Das führt immer wieder zu interessanten TV-Interviews.

Sowieso hat Fink bewiesen, dass er auch in einer Umgebung gute Arbeit abliefern kann, in der sich die Führungsriege ständig gegenseitig Knüppel zwischen die Beine wirft. Er hat sich von 2011 bis 2013 immerhin 701 Tage beim Hamburger SV gehalten. So lange war seit Thomas Doll (2004–2007) vor und nach ihm keiner HSV-Coach.

Noch etwas anderes ist Fink in Hamburg gelungen: Er stabilisierte sofort nach seiner Ankunft ein zuvor völlig verunsichertes Team, das auf dem letzten Rang der Bundesliga lag. In den ersten fünf Spielen holte er neun Punkte. Gelingt ihm nun ein ähnlicher Start, entgeht GC dem Fall in die Challenge League.

Noch ein Fink-Schmankerl aus dem österreichischen TV.

Schliesslich hat er sich bei seinem letzten Engagement bei der Wiener Austria noch eine Kompetenz angeeignet, die ihm auf dem GC-Campus in Niederhasli nur zugutekommen kann: Auch die Austria ist ein Traditionsclub, bei dem die meisten Pokale in der Vitrine schon reichlich Staub angesetzt haben. Und Fink musste damit leben, dass kaum Geld da war für eine offensive Transferpolitik. Dasselbe blüht ihm auch bei GC.

Ist Fink nun auch die GC-Garantie gegen den Abstieg? Wunder wird auch er keine bewirken. Aber immerhin haben die Grasshoppers mit ihm einen Trainer verpflichtet, dessen Karriere viele Hinweise darauf gibt, dass er den Club einen Schritt nach vorn bringen könnte. Das ist immerhin mal ein Anfang.


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Erstellt: 24.04.2018, 10:52 Uhr

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