Figur Petkovic

Fussballgott Grädel entfremdet sich zwar von der Welt, doch ein Lachen des Nationaltrainers - und alles ist wieder in Ordnung.

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Ständig dieser Kampf, dieser Krampf. Und dieser Druck. Armer Vladimir Petkovic. Man muss wissen, dass Grädel nicht das einfachste Verhältnis der Welt pflegt mit «Vlado». Sie wissen, YB, Finalissima gegen Basel, Totalbockade, verpasste Meisterschaft vor fast einem Jahrzehnt, als die Sehnsucht in den Herzen der Stadt noch üppig Platz einnahm. Ja, so ist das. Druck, Überlebenswillen des Einzelnen als Ausgangspunkt für gesellschaftliche und ökonomische Dynamik. Einige Junge stemmen sich dagegen, sogar einige Professoren, die sagen, Klimaschutz und kapitalistische Produktionsweise seien ein unseliges Paar. Grädel versteht das.

Und dann diese Schlagzeile, die Grädel unter die Augen kommt – irgendwo im Blätterwald, als Frage getarnt: «Plant Petkovic seinen Abgang?» Ist ja nur eine Frage, oder? Und die Beobachtung Grädels, dass im Zusammenhang mit Petkovic im Blätterwald überall Fragezeichen gepflastert werden: offene, verdeckte und versteckte.

Grädel stellt sich vor, den Namen Petkovic durch den Namen Grädel zu ersetzen. Ein kleines Gedankenspiel: «Plant Grädel seinen Abgang?» Ist ja nur eine Frage. Kann man stellen, oder? Grädel in seinem Alter, mit seinen speziellen Ansichten über das Leben – wer dürfte da nicht fragen? Unter diesen Bedingungen wandert Grädel eines schönen Morgens ins Büro (natürlich hat er die Frage und all diese Fragezeichen mitbekommen, diese Stimmung – irgendwie, durch verschiedene soziale (!) Kanäle ...), hört komische Fragen, ob das stimme und so, nimmt seinen Missmut wahr, darauf zu antworten, sieht sich mit misstrauischen Blicken konfrontiert, es wird getuschelt, getratscht ... Kurz: Grädel erlebt eine Art Spaltung zwischen sich und der Welt. Sehr unangenehm.

Wie wehrt man sich, um in diesen Bildern nicht gefesselt zu bleiben? Grädel stellt sich vor, dass innerlich etwas halten muss, ziemlich fest sogar, und dass die Leute spüren müssen, dass etwas hält. Gar nicht so einfach. Wenn nicht: gefährlich! Und Humor hilft. Er bringt das Fliessen, die Lebendigkeit zurück. Als Petkovic gegen die Iren beim Stand von 1:0 für die Schweiz für die Schlussphase Renato Steffen einwechselt, denkt Grädel – er gibt das jetzt zu: Haben wir nicht einen kopfballstarken Verteidiger für letzte Flankenbälle? Petkovic sagt aber im TV lachenden Gesichtes, dass er vorne habe pressen wollen, daher Steffen, um Flanken zu vermeiden, die in den Strafraum fliegen. Hat gut geklappt, Herr Petkovic. Taktisch klug, vorwärtsgerichtet! Und das Lachen, der Humor auf dem Gesicht, in den Worten. Wohltuend. Einfach weiter so. Genau so.

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