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Fifa greift gegen Barcelona durch

Weil er das Verbot von Transfers von minderjährigen Spielern umgangen hat, darf der katalanische Spitzenclub ein Jahr lang keine Transfers tätigen. Auch der spanische Fussballverband wird gebüsst.

Nichts zu lachen für Barça: Lionel Messi und Dani Alves.
Nichts zu lachen für Barça: Lionel Messi und Dani Alves.
Keystone

Es ist eine Mitteilung, die im Weltfussball für Aufregung sorgt: Wegen verbotener Transfers von Minderjährigen belegt die Disziplinarkommission der Fifa den FC Barcelona mit einem Transferverbot für die nächsten zwei Transferfenster (Sommer 2014 und Winter 2015) und büsste den katalanischen Spitzenverein obendrein mit einer Busse von 450'000 Franken. Ausserdem wird der Club angewiesen, die Situation aller fraglichen Spieler innerhalb von 90 Tagen zu legalisieren. Ansonsten hat Barça weiterführende Konsequenzen zu befürchten.

Um welche Spieler es sich bei den Transfers handelt, wird aus der am Mittwochmittag versandten Medienmitteilung nicht ersichtlich. Der Fussball-Weltverband schreibt allerdings von «zehn minderjährigen Spielern, die zwischen 2009 und 2013 beim Verein registriert waren und mit diesem an Wettbewerben teilnahmen». Unregelmässigkeiten im «Transfer Matching System» der Fifa lösten Ermittlungen aus. Diese Onlinedatenbank wurde 2010 eingeführt als Instrument, um Transfers zu kontrollieren.

«Schwerwiegendes Vergehen»

Internationale Clubwechsel von Spielern unter 18 Jahren sind nicht erlaubt, sofern nicht mindestens ein Elternteil die Reise nach Spanien mit antritt. Diese Regel ist im Einklang mit einer Vereinbarung, welche die Fifa und die Uefa zusammen mit der Europäischen Kommission im Jahr 2001 getroffen hatte. Die Disziplinarkommission wertete das Vergehen des FC Barcelona als «schwerwiegend». Obschon in der Mitteilung der Fifa der Hinweis dazu fehlt, muss davon ausgegangen werden, dass der Schuldspruch an den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne weitergezogen werden kann.

Ebenfalls bestraft wurde der spanische Fussballverband RFEF – er muss eine Busse von 500'000 Franken bezahlen. Sein Regelwerk verstosse gegen das Reglement zu Transfers und Erstregistrierungen von Spielern, urteilte die Disziplinarkommission. Innerhalb eines Jahres muss der RFEF sein Reglement angepasst haben.

Was geschieht mit ter Stegen?

Die harte Fifa-Sanktion könnte Auswirkungen auf den vermuteten Wechsel des deutschen Torhüters Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach zu Barcelona haben. Der Transfer ist nur dann möglich, wenn der Vertrag zwischen ter Stegen und Barcelona bereits unterzeichnet ist. In diesem Fall würde die Fifa-Strafe nicht greifen. Mönchengladbach werde er im Sommer auf jeden Fall verlassen, so der Torhüter gegenüber deutschen Medien. Als Ersatz hat der Bundesligist bereits den Basler Keeper Yann Sommer verpflichtet.

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