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FC Thun erhält Darlehen von der Stadt

Die Stadt Thun gewährt dem finanziell angeschlagenen FC Thun einen Überbrückungskredit von maximal 500'000 Franken.

Alles für den lokalen Super-League-Verein: Fans des FC Thun zeigen ihre Choreografie vor dem letzten Derby gegen YB. (11. Dezember 2016)
Alles für den lokalen Super-League-Verein: Fans des FC Thun zeigen ihre Choreografie vor dem letzten Derby gegen YB. (11. Dezember 2016)
Peter Schneider, Keystone

Das Thuner Stadtparlament hat heute dem Geschäft nach emotionaler Debatte letztlich deutlich zugestimmt. Zu reden gab vor allem die Tatsache, dass öffentliche Gelder für einen Profi-Fussballclub fliessen sollen. Dies war seit Jahren in der Stadt ein Tabu.

Ende November machte sich die Stadtregierung daran, am ehernen Grundsatz zu rütteln. Der lokale Fussballverein stehe finanziell vor dem Abgrund. Es gehe nicht nur um den Profisport, sondern auch darum, die Juniorenabteilung nicht zu gefährden, führte Stadtpräsident Raphael Lanz aus. Fliesse kein Geld, müsse der Verein Konkurs anmelden.

Um die Notlage des Super-League-Clubs abzufedern, schlug die Stadtregierung einen zinsfreien, aber rückzahlbaren Kredit vor. Bedingung war, dass sich auch die lokale Bevölkerung und die Wirtschaft für den FC Thun engagieren. Diese Bedingung sah die Stadtregierung wenig später erfüllt.

Angst vor dem Sündenfall

Die Ankündigung der Stadtregierung löste nicht nur eitel Freude aus. Im Stadtparlament wurden Vorbehalte gegen diesen Sündenfall laut, mit dem nun ein Präjudiz geschaffen werde.

Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, öffentliche Gelder für einen Profiverein zu sprechen, argumentierten die Gegner. Es müsse andere Mittel und Wege geben, um den Verein finanziell über die Runden zu bringen.

Es sei alles andere als sicher, dass das Darlehen irgendwann zurückbezahlt werde. Es habe sich schliesslich auch keine Bank gefunden, die dem FC Geld leihen wolle, führten die Gegner des Überbrückungskredits ins Feld.

Wer, wenn nicht die öffentliche Hand sollte in diesem Fall einspringen, votierten die Befürworter. Wenn es ein öffentliches Interesse gebe, sei eine solche einmalige Hilfeleistung durchaus angebracht. Der Schaden, der durch einen Konkurs des FC Thun entstünde, wäre weit grösser als das Risiko, das die Stadt eingehe.

Gespaltene Fraktionen

Die meisten Stadtratsfraktionen waren gespalten in der Frage. «Schicken wir einen Leichenwagen oder einen Krankenwagen ins Stadion raus», umschrieb Martin Allemann (SP) die Diskussionen. Die Mehrheiten in seiner Fraktion seien so knapp, dass er nicht einmal wisse, ob er jetzt für eine Mehrheit oder eine Minderheit spreche, sagte Thomas Hiltpold namens der Grünen.

Ausserordentliche Situationen bräuchten eben ausserordentliche Lösungen, beschwor Stadtpräsident Raphael Lanz das Parlament. Dieses nahm den Steilpass des Stadtpräsidenten auf und sprach den Überbrückungskredit mit 30 zu 8 Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Debatte hatte für einen Grossaufmarsch im Rathaus gesorgt. Unter den Zuschauern waren auch viele Junioren des FC Thun und Vertreter des Vereins.

SDA/fal

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