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FC Thun: Der Weg ist steinig, doch es ist der richtige

Trotz erheblichen Problemen herrscht beim FC Thun immer noch Zuversicht.

Thuns Coach Jeff Saibene hat momentan mit etlichen Problemen zu kämpfen, jedoch gibt er dem Team Rückendeckung und hofft auf eine erfolgreiche Rückrunde.
Thuns Coach Jeff Saibene hat momentan mit etlichen Problemen zu kämpfen, jedoch gibt er dem Team Rückendeckung und hofft auf eine erfolgreiche Rückrunde.
Gabriele Putzu, Keystone

Die dicksten Schlagzeilen lieferte der Super-League-Vertreter in diesem Herbst nicht auf dem Platz. «FC Thun bettelt um Spenden», «Pleitegeier über der Stockhornarena», «Thun will Fussballklub retten» und «Steuerfranken für den FC Thun?», so titelten die Medien im Zusammenhang mit der finanziellen Not des Oberländer Vereins. Ende Oktober zeichnete FCT-Präsident Markus Lüthi einmal mehr ein dramatisches Szenario.

Bis Ende Saison brauche der Klub 1,5 Millionen Franken, sonst müsse er den Betrieb einstellen. Was folgte, waren diverse Spendenaktionen, ein weiterer Effort des Vereins Härzbluet für üse FC Thun und Zuwendungen aus dem Umfeld des FCT. Sollte der Stadtrat nächsten Freitag dem vom Gemeinderat beantragten zinslosen Darlehen von einer halben Million zustimmen, so könnte die Rettung gelingen.

Der Discount-Sturm lebt

Auf der sportlichen Ebene ist es Sportchef Andres Gerber einmal mehr gelungen, die Abgänge zu kompensieren. Vielleicht nicht im gleichen Masse wie in den letzten zwei Saisons, doch die Akteure, die er für wenig Geld aus der Challenge League und der Promotion League geholt hat, fielen nicht durch.

Das Problem liegt eindeutig im Angriff, wo nach den Abgängen Ridge Munsy und Roman Buess nicht weniger als 20 Treffer ersetzt werden mussten. Die neue Sturmformation trifft trotz vielversprechenden Ansätzen (noch) nicht wunschgemäss. Christian Fassnacht hat bereits gute Leistungen gezeigt, Dejan Sorgic sein Potenzial angedeutet und Simone Rapp, der auch aus Verletzungsgründen seiner Form nachhinkt, ist ein Kämpfer und kann im weiteren Verlauf der Saison durchaus wieder eine tragendere Rolle spielen.

Spiel dauert länger als 90 Minuten

Wichtige Punkte liessen die Oberländer jeweils in der Nachspielzeit liegen. Gegen Vaduz zum Saisonauftakt sowie bei den Gastspielen in Basel und Lugano lagen die Thuner nach 90 Minuten noch in Führung, ehe sie jeweils noch den Ausgleich kassierten.

Die Unzulänglichkeiten in der Schlussphase kosteten sechs Punkte. Zudem fehlte es vor dem gegnerischen Tor an Effizienz. Das Spiel am Wochenende lieferte den exemplarischen Beweis dafür: Thun war im Berner Derby das bessere Team, führte zweimal, wurde vom Schiedsrichter zumindest nicht bevorteilt und ging schliesslich doch als Verlierer vom Platz.

Die mentale Herausforderung

Lamentieren bringt nichts, das wissen nicht nur Fussballklubs, die am Tabellenende herumkrebsen. Eines der positiven Erkenntnisse einer insgesamt schwierigen Vorrunde ist das Verhalten des Teams in den Begegnungen gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Gegen Vaduz, Lugano und Lausanne hat es kein einziges Spiel verloren. Das ist deshalb bemerkenswert, weil sich die Oberländer in den letzten Jahren jeweils schnell aus der gefährdeten Zone befreien konnten, sich der mentalen Herausforderung des sportlichen Existenzkampfes also gar nicht stellen mussten.

Beispiele in ausländischen Ligen zeigen, dass Erfahrungen mit dieser Extremsituation helfen, um einer Relegation zu entrinnen. Und dazu gehört eben, dass man gegen die direkten Konkurrenten punktet.

Das ist nicht der einzige hoffnungsvolle Fakt, an den sich die Thuner in der Rückrunde klammern können. Trainer Jeff Saibene gibt der Mannschaft Rückendeckung und betont, dass es eine erfolgreiche Rückrunde geben könnte, wenn das Team in der Lage ist, leistungsmässig an die Hinrunde anzuknüpfen. Eine Gefahr besteht darin, dass man sich beim FCT darauf verlässt, dass sich die Dinge auch diesmal richten lassen. Saibene wird den mahnenden Finger möglicherweise häufiger heben müssen als ihm lieb ist, um keine trügerische Sicherheit aufkommen zu lassen.

Die Vorbereitung auf die Rückrunde absolviert der FC Thun übrigens nicht wie in den letzten Jahren in wärmeren Gefilden, sondern aus Spargründen in der Schweiz. Das muss nicht zwingend ein schlechtes Omen sein.

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