Erleichterung und Sparen beim FC Thun

Thun-Präsident Markus Lüthi ist sehr zuversichtlich, die Lizenz für die Saison 2016/17 in erster Instanz zu erhalten.

Ist zuversichtlich: Thun-Präsident Markus Lüthi.

Ist zuversichtlich: Thun-Präsident Markus Lüthi.

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Bis heute haben die je 10 Clubs der ­Super League und der Challenge League Zeit, sämtliche Lizenzunterlagen für die nächste Saison einzureichen. Für die Verantwortlichen des FC Thun war es in der jüngeren Vergangenheit jeweils eine nervenaufreibende und kräfteraubende Übung, da der Club mit einem strukturellen Defizit von jährlich 1,5 bis 2 Millionen Franken kämpft, wenn er nicht ausserordentliche Erträge aus der Europa League oder aus Transfers generieren kann.

Heuer blickt Präsident Markus Lüthi dem bevorstehenden Prozedere mit einiger Gelassenheit entgegen. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Lizenz in erster Instanz erhalten.» Grund für den Optimismus ist die kürzlich erzielte Einigung mit der Stadiongenossenschaft Arena in einem langen und zähen Mietzinsstreit. Neu bezahlt der FC Thun einen jährlichen Pachtzins von 525'000 Franken an die Genossenschaft. Hinzu kommen Nebenkosten wie Strom, Wasser, Reinigung und Dienstleistungen an den Spielen, die rasch mit mehreren Hunderttausend Franken zu Buche schlagen. Lüthi ist überzeugt, die Betriebskosten dank der Unter­vermietung der Stadioninfrastruktur auf ein vernünftiges Mass reduzieren zu können. Für das laufende Geschäftsjahr habe der FCT bereits Aufträge in der Grössenordnung von 50'000 Franken an Land ziehen können.

Auch wenn punkto Stadionmiete und -nutzung nun Etliches geklärt ist: Richtig festen Boden unter den Füssen hat der FC Thun weiterhin nicht. Dazu fehlt ihm auf der Einnahmenseite etwas über eine Million. Der Club müsse höhere Vermarktungserträge (plus 800'000 Franken) generieren und erhoffe sich, im ­Zuschauerbereich zulegen zu können (plus 300'000 Franken), sagte Lüthi an der letzten Generalversammlung. Bis dato sind die Mehreinnahmen bescheiden. Im Marketingbereich konnte ein zweiter Platin-Partner gefunden werden. Bei den Zuschauereinnahmen sieht es nach einer Nullrechnung aus: Im Schnitt haben 6186 Zuschauer die bisherigen Heimspiele besucht (in der Saison 2014/15 waren es 6324).

Geschäftsleitung wird halbiert

Die angespannte finanzielle Lage zwingt den Oberländer Verein, den Gürtel noch enger zu schnallen. Lüthi stellte im ­letzten Herbst in Aussicht, auf der Ausgabenseite rund 200'000 Franken einsparen zu wollen. Gestern gab der FCT bekannt, die Geschäftsleitung von sechs auf drei Personen zu reduzieren und die Organisation in nunmehr zwei Bereiche («Kommerz» und «Sport») aufzuteilen. Ein sechsstelliger Betrag «von Relevanz» könne mit den Optimierungsmassnahmen eingespart werden, schreibt der Club in einer Pressemitteilung. Aktuell beschäftigt der Super-League-Vertreter über 60 Angestellte, die sich etwas mehr als 50 Vollzeitstellen teilen. Das jährliche Budget beläuft sich auf gut 11 Millionen Franken.

Der Bund

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