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«Er wurde stündlich launischer und machte Stunk»

Laut CEO Marcel Meier braucht GC zurzeit offenbar kein Geld. Trotzdem wurde Torjäger Innocent Emeghara verkauft. Redaktion Tamedia kennt die Hintergründe.

Der französische Verein Lorient hat offenbar drei Millionen Franken an die Zürcher überwiesen. «Ich wollte ihn nicht gehen lassen, der Verein wollte ihn nicht gehen lassen, doch er wollte partout gehen», fasst Trainer Ciri Sforza gegenüber Redaktion Tamedia die letzten Stunden vor dem Transfer zusammen. Emeghara habe die Freigabe regelrecht erzwungen. Er habe aus dem noch bis 2014 laufenden Vertrag unter allen Umständen aussteigen wollen. «Ich habe gespürt, dass er stündlich unzufriedener und zusehends launischer wurde», stellt Sforza fest. Das habe zu einer negativen Atmosphäre geführt. «Und wenn er zwischendurch gar nicht gut drauf war, hat er Stunk gemacht», sagt Sforza. Seit seinem ersten Länderspiel für die Schweiz in England sei Emeghara ein anderer Mensch geworden.

Daraufhin habe der Verein reagieren müssen. «Wir haben ihm klipp und klar gesagt, wenn du schon weg willst, müssen wenigstens die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen, sonst lassen wir dich nicht gehen», sagt Sforza. Zum Schluss habe es dann zumindest finanziell gestimmt, auch wenn der Abgang sportlich ein grosser Verlust sei. «Irgendwie tut mir Emeghara leid, denn mit diesem Transfer war er wahrlich nicht gut beraten», sagt Sforza. Er hoffe nicht, dass Emeghara das gleiche Schicksal ereile wie Haris Seferovic in Italien oder Nassim Ben Khalifa in Deutschland.

Sforza hat Emeghara gewarnt

Sportlich mache der Transfer zu einem Tabellenneunten in Frankreich überhaupt keinen Sinn. Er habe Emeghara vor diesem Wechsel eindringlich gewarnt. «Ich habe Emeghara gesagt, dass es für seine Entwicklung besser wäre, wenn er noch zumindest in dieser Saison bei uns bleiben würde», sagt der Aargauer. «Wenn Emeghara weiterhin seine Tore in der Schweiz geschossen hätte, wären Klubs von einem ganz anderen Kaliber als Lorient gekommen», ist Sforza überzeugt.

«Er hat nur noch das schnelle Geld gesehen»

Doch Emeghara habe leider nur noch das grosse und schnelle Geld gesehen. Emeghara verdiente bei GC 9500 Franken pro Monat plus Prämien. In Frankreich ist es offenbar das Zehnfache – 1,2 Millionen brutto pro Jahr. «Wenn bei diesen Zahlen ein junger Spieler die Übersicht verliert, ist das zwar menschlich, aber nicht weitsichtig und klug», gibt Sforza zu bedenken.

Der ehemalige Internationale blendet sogleich zurück auf seine Weltkarriere als Fussballer. «Bevor ich mit 23 Jahren in die Bundesliga zu Kaiserslautern ging, habe ich bei Aarau und GC während sieben Jahren in der damaligen Nationalliga A gespielt und bin einen kontinuierlichen Weg gegangen», sagt Sforza. In der Tat: Sforza spielte dann auch noch bei Inter Mailand und den Bayern, mit denen er die Champions League gewann. Sforza fügt an, dass der 22-jährige Emeghara erst vor einem Jahr aus der Challenge League aus Winterthur in die Super League gekommen sei.

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