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Er wohnte im Auto und ass Pommes in der Kabine

Ansgar Brinkmann, Deutschlands exzentrischster Fussballer, zieht ins «Dschungelcamp». Eine Auswahl der besten Episoden aus dem bewegten Leben des 48-Jährigen.

«Ich weiss nicht einmal, was ich in zwei Stunden mache»: Ansgar Brinkmann ist alles - ausser normal.
«Ich weiss nicht einmal, was ich in zwei Stunden mache»: Ansgar Brinkmann ist alles - ausser normal.
Reuters

«Bin bis fünf Uhr früh in meiner Stammkneipe zu erreichen», lautete in den Neunzigern die Ansage auf Ansgar Brinkmanns Anrufbeantworter. Es ist nur einer von unzähligen Sprüchen mit denen der enorm talentierte, aber nie ganz seriöse Strassenfussballer die Nation unterhielt. Unvergessen auch seine Bemerkung, dass Salat für die Talentlosen sei. Brinkmann ass lieber Pommes frites mit Ketchup und Mayonnaise, gerne auch in der Kabine vor Spielen.

Als ihn Trainer Benno Möhlmann während seiner Bielefelder Zeit deswegen zurechtwies, antwortete der «weisse Brasilianer» (den Spitznamen gab ihm sein einstiger Coach Rolf Schafstall): «Das ist Benzin für mein Spiel.» Bielefeld gewann 4:1, Brinkmann bereitete zwei Tore vor. Möhlmann musste es auch hinnehmen, dass der Unzähmbare seinen Husky zum Training mitbrachte. «Das ist mein Hund Gin. Der macht heute mit. Er kommt mit mir zusammen über rechts», so die Begründung.

Während die Trainer meist resignierten und Brinkmann gewähren liessen, solange seine Leistung stimmte, wurde der Dribbelkünstler in einem Bielefelder Imbiss einmal in eine Schlägerei verwickelt. Zuvor hatte er mit der Prahlerei «Gerade habe ich 800 Mark für Schampus ausgegeben und immer noch noch 2,5 Millionen auf der Bank» provoziert.

Als er für den damaligen Zweitligisten FC Gütersloh spielte, wohnte Brinkmann in seinem Auto und liess sich jeweils von einem Teamkollegen wecken. Nach einer Weihnachtsfeier des Vereins sprintete er über die Dächer von sieben Taxis und schloss diesen Lauf mit einer Rolle vorwärts und einem Pflastersteinwurf ins Schaufenster eines Möbelgschäfts ab. Die Verbindung nach Gütersloh («Ich habe die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt») ist auch über 20 Jahre nach dem Ende seines Engagements dort nicht abgerissen. Um dem von der Insolvenz bedrohten Verein zu helfen, startete der Ex-Profi im Januar in einem Youtube-Video einen Spendenaufruf. Er selbst könne leider kein Geld geben. «Ich bin schon wieder pleite – oder immer noch.»

Seinen Spitznamen «Trinkmann» hat sich Brinkmann redlich verdient. Sein vielleicht grösster Coup war die Flucht aus dem offenen Fenster eines Polizeiautos, nachdem ihn die Beamten morgens um 5 Uhr für einen Alkoholtest angehalten hatten. Seine weibliche Begleitung und den Porsche liess der Fussballer zurück, um das Auto Stunden später zurückzuverlangen. Die Justiz fand die Episode wenig amüsant und büsste Brinkmann mit 42'000 Mark.

Trotz der Eskapaden brachte es das schlampige Genie auf 59 Spiele in der 1. Bundesliga und 316 Einsätze in Liga 2. Wo immer Brinkmann spielte, war er der Publikumsliebling. Das Engagement im Dschungelcamp darf er offiziell noch nicht bestätigen. Von der Zeitung «Reviersport» darauf angesprochen, antwortete er nur: «Ob ich dabei bin? Das weiss ich nicht. Ich weiss nicht einmal, was ich in zwei Stunden mache.» Die Teilnehmer sollen Prämien zwischen 40'000 und 200'000 Euro erhalten.

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