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Er kann, was Favre nicht mehr konnte

Eigentlich war André Schubert in Mönchengladbach nur ein klassischer Notnagel. Eigentlich.

«Ich habe nie gesagt, dass ich nicht im Profibereich arbeiten möchte»: André Schubert meldet zaghafte Ansprüche an.
«Ich habe nie gesagt, dass ich nicht im Profibereich arbeiten möchte»: André Schubert meldet zaghafte Ansprüche an.
Keystone

Borussia Mönchengladbach hat in diesen Tagen ein seltsames Problem: Der Trainer des Bundesligisten ist zu erfolgreich. Seit der eigentlich für die Amateure verantwortliche André Schubert die Mannschaft vom zurückgetretenen Lucien Favre übernommen hat, gewinnt sie nur noch. Und Sportchef Max Eberl muss sich fragen lassen, warum er eigentlich noch nach einem Chefcoach mit grossem Namen sucht.

4:2 gegen Augsburg, 3:1 in Stuttgart, 2:0 gegen Wolfsburg und am Samstag 5:1 in Frankfurt – diese Bilanz klingt mehr nach Guardiola und dem FC Bayern als nach einem Verantwortlichen, der zuvor nie höher als in der 2. Bundesliga gearbeitet hatte. Diese Bilanz ist auch der beste Start eines Gladbacher Trainers überhaupt. Kurios überdies: Unter Schubert kassierte die Borussia nur nach Elfmetern Gegentore.

Wie aber gehts jetzt weiter? Eberl lobt seinen Interimscoach, der dem Team jenes Selbstvertrauen einflösst, das ihm Favre nicht mehr geben konnte, sagt aber auch, dass es Gespräche mit anderen Kandidaten gebe. Schubert selbst meldet zaghafte Ansprüche an: «Ich geniesse das im Moment, es macht Spass, mit den Jungs zu arbeiten. Ich habe nie gesagt, dass ich nicht im Profibereich arbeiten möchte. Ich habe nur gesagt, dass ich es nicht zwingend brauche.»

Der Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer, der bei den Gladbachern nach seiner Verletzung wieder im Tor steht, betonte nach dem Triumph in Frankfurt die Wichtigkeit von Schuberts Rolle in den letzten Wochen: «Er macht sehr viele Dinge gut. Er hat die Mannschaft gut aufgenommen, in einer Situation, wo sehr viel Unsicherheit da war. Er hat zwei, drei Sachen korrigiert, die wir in den ersten fünf Spielen nicht gut gemacht haben. Jetzt läuft es wieder.»

Ein wenig Lucien Favre steckt aber schon im ehemaligen St. Pauli-Coach André Schubert, der im Sommer vom DFB nach Mönchengladbach kam. Er versucht wie der Romand sukzessive junge Spieler in die Mannschaft einzubauen. Jüngstes Beispiel: der 19-jährige Mahmoud Dahoud. Der Mittelfeldspieler, der seinen ersten Startelfeinsatz am 5. Spieltag noch unter Favre hatte, gehört seither zur Stammformation. Gegen Frankfurt schoss er das wegweisende 2:1 selbst und bereitete zwei weitere Treffer vor.

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