Endlich den Fluch besiegt

Die Young Boys haben sich erstmals für die Champions League qualifiziert. Ein Glück für die ganze Fussball-Schweiz.

Die Young Boys stehen erstmals in den Champions League

Die Young Boys stehen erstmals in den Champions League Bild: Keystone

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Man mag die Champions League für einen ganz besonders unsympathischen Wettbewerb halten. Die Arroganz der grossen reichen Clubs, die den anderen nur die Brosamen überlassen. Es nützt nichts. Die Champions League bleibt im europäischen Fussball das Mass aller Dinge. Jeder will dabei sein. Auch die Young Boys. Ein erneutes Scheitern hätte geschmerzt. Finanziell wie sportlich. Weil es eine goldene Chance war, die vielleicht so schnell nicht mehr gekommen wäre. Entsprechend gross sind Freude und Erlösung.

Vor einem Jahr scheiterte YB an Moskau, und schon damals war der Widersacher in Reichweite. Es wurde nichts daraus, und irgendwie schien es, als würden die Berner international jenes Schicksal erleiden, das sie jahrelang national begleitet hatte: das Versagen im entscheidenden Moment. Nun haben sie den Fluch besiegt: mit Leidenschaft, einem coolen Stürmer namens Hoarau und ein bisschen Glück, weil lange Zeit ganz und gar nicht gut aussah, was auf dem Rasen in Zagreb zu sehen war. Am Ende war das alles egal.

Nun gibt es als Lohn eine schöne Stange Geld, 30 Millionen mindestens, und damit verbunden prächtige Aussichten. Spieler, die mit grösseren Ligen liebäugelten, werden sich einen Abgang aus Bern gut überlegen. Ein Rückschlag in der Meisterschaft, in die man so gut gestartet ist, ist nicht mehr zu befürchten. Und der Club rückt noch einmal ein Stück näher an Basel heran, nicht für ein Jahr oder zwei, sondern - falls der Geldsegen richtig angelegt wird - für etliche Spielzeiten. Das ist nicht nur für die Berner, sondern für den ganzen Schweizer Fussball ein Glück.

Der Erfolg von Zagreb ist aber nicht nur ein monetärer. Eine ganze Region darf sich nun auf ein wenig Aufregung freuen. Zu Besuch kommen nicht Ludogorets Razgrad oder Torpedo Kutaisi, sondern echte Fussballmarken. Möglich wäre eine Gruppe mit Bayern München, Neapel und Liverpool. Zum Beispiel. Aber wir wollen ja nicht übermütig werden und nehmen, was uns beschert wird. (Der Bund)

Erstellt: 29.08.2018, 06:42 Uhr

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