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Eines der ältesten Derbys wird endlich wieder spannend

In den vergangenen Jahren war das «Old Firm» eine klare Sache. Nun ist Steven Gerrard da, und die Rangers wollen die Dominanz von Celtic beenden.

FCZ-GC, das bekannteste Schweizer Derby: Der Zürcher Josip Drmic (l.) kämpft mit dem Grasshopper Bundebele Toko um den Ball, April 2011.
FCZ-GC, das bekannteste Schweizer Derby: Der Zürcher Josip Drmic (l.) kämpft mit dem Grasshopper Bundebele Toko um den Ball, April 2011.
Keystone
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Spanien hat den Clasico, Deutschland den Klassiker. Italien hat das Mailänder Derby, England das North-London-Derby und noch zig andere. Ja sogar in der Schweiz ist in letzter Zeit vom Klassiker die Rede, wenn der FC Zürich auf den FC Basel trifft. Es sind diese Spiele, bei denen es um mehr geht, als um drei Punkte. Um Tradition, um Ehre, um Ruhm. In Schottland ist dieses Spiel das Old Firm. Am Sonntag um 13.00 Uhr war es wieder soweit, zum 414. Mal, Celtic gewann 1:0.

Das Old Firm ist mehr als ein Spiel. Celtic Glasgow trifft auf die Rangers, die irische auf die britische Identität, die Katholiken auf die Protestanten. Das Old Firm ist eines der ruhmreichsten, bekanntesten und berüchtigsten Derbys weltweit. Und es ist langweilig geworden. Aus einem einfachen Grund: Die Rangers wurden zwangsrelegiert, spielten seit 2012 nicht mehr in der ersten schottischen Liga. Seit dem Aufstieg 2016 gewann Celtic fünf von sieben Austragungen, auch mal mit 5:1 oder 5:0, zwei Spiele endeten Unentschieden.

Zwölf Spiele, 24 Punkte

Das Old Firm vom Sonntag aber elektrisierte Fussball-Schottland wie schon lange kein Derby mehr. Die Rangers sind wieder jemand in der obersten Liga und das ist eng mit einem Namen verknüpft: Steven Gerrard. Auch er ein Mann, der Derbys kennt, spielte er doch über 30 North-West-Derbys gegen Manchester United, und fast so viele Merseyside-Derbys gegen Everton.

Steven Gerrard soll die Rangers wieder konkurrenzfähig machen. Bild: Keystone
Steven Gerrard soll die Rangers wieder konkurrenzfähig machen. Bild: Keystone

Im Juni übernahm Gerrard die Glasgow Rangers. Überraschend, es war sein erster Trainerjob auf diesem Niveau, davor trainierte er in Liverpool Jugendmannschaften. Bei zwölf Spielen stand die Liverpool-Legende bisher an der Seitenlinie der Rangers. Im Schnitt holte er dabei zwei Punkte pro Spiel, verloren hat er bis vor dem Derby noch nie, für die Europa League hat er sich – mehr schlecht als recht – qualifiziert.

Geldsegen durch die Europa League

Dabei sind beide Vereine aus Glasgow mässig in die Liga gestartet, aus vier Spielen holte Celtic nun neun Punkte, die Rangers deren fünf. An der Spitze der Tabelle steht Heart of Midlothian, verlustpunktlos. In Schottland dominiert Celtic aber seit Jahren, siebenmal in Folge wurde es Meister, die letzten zwei Male sogar mit dem Tripple bestehend aus Meisterschaft und den zwei Pokalwettbewerben.

Den Rangers wird nun, trotz der Niederlage und anders wie dem Tabellenführer, zugetraut, diese Dominanz endlich zu brechen. Ihre Spiele tragen Gerrards Handschrift, die Teilnahme in der Europa League bringt dem Verein viel Geld, angeblich mehr, als Celtic mit seinen Titelgewinnen verdient hat.

Das Old Firm war auch ein Duell alter Bekannter. Denn bei den Grünweissen steht seit 2016 Brendan Rodgers an der Seitenlinie. Er kam von Liverpool und wurde gemeinsam mit Captain Gerrard Ligazweiter in der Saison 2013/14. Rodgers wurde 2015 entlassen, Gerrard wechselte kurz darauf zu Los Angeles Galaxy. In dieser Saison versucht der ehemalige Spieler seinem früheren Trainer die Macht in der schottischen Liga zu entreissen.

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