Der Titel-Flirt ist offizialisiert

Die Young Boys gehen drei Tage vor dem Saisonstart schon mal verbal auf Angriff.

YB-Trainer Uli Forte (im Vordergrund) soll das verstärkte Team in der bevorstehenden Saison zu einem Titel dirigieren.

YB-Trainer Uli Forte (im Vordergrund) soll das verstärkte Team in der bevorstehenden Saison zu einem Titel dirigieren.

(Bild: Keystone)

Der Präsident des BSC YB kam gleich zur Sache. «Wir haben Ambitionen», sagte Werner Müller. «Unser Saisonziel lautet einen Titel zu gewinnen; im Cup oder in der Meisterschaft.»

Die Medienleute im Stade de Suisse rutschten freudig auf ihren Stühlen hin und her. Das war nun endlich eine ­Ansage. Und sollten die Young Boys die Zielsetzung diese Saison verpassen, hat man nun genügend Stoff und Aussagen, um sie in den Zeitungen und Online-­Portalen den Verantwortlichen um die Ohren schlagen zu können.

Andererseits haben die Young Boys vor dem Saisonstart auch kaum eine ­andere Wahl, als auf Angriff zu blasen. Im November wird es drei Jahre her sein, seit Sportchef Fredy Bickel bei YB unterschrieben hat. Er rief damals einen ­Dreijahresplan aus, der vorsieht, dass YB spätestens im Sommer 2016 wieder einen Pokal in die Hauptstadt bringt.

Ein weiteres Mal hinter dem FC Basel in Deckung zu gehen und von einem Rang unter den ersten drei zu sprechen, wäre angesichts der grossen Investitionen, ­welche YB in den letzten Jahren ­tätigte, der Medienschar kaum mehr zu verkaufen gewesen.

Zudem hat YB-Besitzer Andy Rihs an der weinseligen Geburtstagsparty von ­Bickel vor einigen Wochen schon mal den Takt vorgegeben, als er seinem Sportchef gesagt hat: «Es geht einfach nicht, dass wir Basel so allein lassen. Das gibt Einsamkeit und Einsamkeit macht am Schluss tiefenpsychologisch depressiv.» Das erzählte Rihs der «SonntagsZeitung».

Nun, mit den Zuzügen von Miralem Sulejmani, Loris Benito und Nachwuchshoffnung Denis Zakaria haben sich die Young Boys nochmals in jeder Reihe punktuell verstärkt.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht, war an der Wechselfront bei den Young Boys einiges in Bewegung. 12 Spieler kamen, 12 Spieler gingen, rechnete Sportchef Bickel vor. Bezeichnend ist aber, dass es den Bernern gelungen ist, diesmal alle Schlüsselspieler an Bord zu halten. «Die Mannschaft umfasst heute 26 Spieler, das ist eigentlich über das Ziel hinausgeschossen», erklärte ­Bickel. Bis Ende August werde es aber noch Mutationen geben, man wolle das Kader – oh erstaunlich – auf 25 Spieler abbauen. Von diesen 26 Spielern betonte Bickel, stammen 10 aus der eigenen Nachwuchsabteilung, 10 Spieler sind unter 21 Jahre alt und 8 Spieler sind Akteure, die in der vergangenen Saison an andere Clubs ausgeliehen ­waren.

Forte: «Das ist ein Luxus für mich»

Trainer Uli Forte freut sich über diese feudalen Bedingungen. «Wir haben 26 Spieler im Kader, jede Position ist doppelt besetzt, das ist ein Luxus für mich.» Der Zürcher sprach damit den Konkurrenzkampf an, der bei YB so gross ist wie noch nie. «Wenn sich eine Mannschaft selber aufstellt, hat ein Trainer die grössten Sorgen. Wenn sich eine Mannschaft so präsentiert wie bei uns mit diesem ­Kader, hat man schöne Probleme. Die ­bereiten auch schlaflose Nächte, wenn man hin und her abwägt, wenn man aufstellen soll. Aber das sind schöne, schlaflose Nächte», gibt Forte Einblick in sein Nachtleben.

Jetzt aber gelte es, Taten sprechen zu lassen, sagte Forte. «Wir müssen jetzt nicht mehr Bla, Bla, Bla machen, sondern loslegen wie die Feuerwehr. Am besten fahren wir am Samstag im Letzigrund gegen den FC Zürich gleich den ersten Dreier ein. Schaffen wir das, dann dürfen die Spieler auch ans Gurtenfestival. Schaffen wir das nicht, geht jeder Spieler nach dem Spiel gegen den FCZ nach Hause, lässt die Rollläden runter und geht schlafen.»Nun denn, das kann ja heiter werden bei YB in der neuen Saison.

Der Bund

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