Ein Punkt dank Wölfli und Frey

Die Young Boys verhindern in Luzern dank ihres Torhüters und eines späten Treffers eine Niederlage. Doch die Berner sind nun bereits seit sieben Runden ohne Sieg, und der Rückstand auf Tabellenführer Basel beträgt sieben Punkte.

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Seine Wangen glühten immer noch ein bisschen, auch die Dusche vermochte die Emotionen noch nicht ganz zu kühlen, als Michael Frey zum Mannschaftsbus stapfte. Mit seinem Treffer in der 85. Minute zum 1:1-Ausgleich auf der Allmend hatte Frey die fünfte Saisonniederlage der Young Boys verhindert. Es war sein drittes Saisontor – letztmals hatte er am 4. August beim 3:1-Auswärtssieg gegen den FCZ auf dem Letzigrund getroffen.

«Weitermachen, Vollgas geben, positiv denken», so sein Credo. Mit 19 Jahren sprüht man noch vor Energie. «Jetzt müssen wir herunterfahren, damit die Beine wieder spritzig werden und wir beim nächsten Spiel wie kleine Rehe über den Platz laufen.» Der YB-Torschütze sprach von einem verdienten Unentschieden und war mit seiner Meinung nicht alleine. Auch Carlos Bernegger zollte der Willensleistung der Young Boys Respekt. «YB hat einen beachtlichen Aufwand betrieben, und wir vergaben unsere Penaltychance. Das Unentschieden ist gerecht, auch wenn der späte Ausgleich für uns natürlich ärgerlich ist», meinte Luzerns Trainer.

Forte: «Letztes Aufgebot»

Und Uli Forte bekannte. «Ich bin gottenfroh, dass wir aus Luzern etwas mitnehmen, denn es lief erneut nicht für den BSC YB.» Am Samstag beim Abschlusstraining hatte sich Alain Rochat eine Adduktorenverletzung zugezogen. Die Verletztenliste von YB wurde so noch länger. «Rochat war als linker Verteidiger vorgesehen», sagte Forte. «Nach seinem Ausfall stellte sich die Mannschaft von selber auf.»

Man sei in Luzern mit dem letzten Aufgebot angetreten, meinte der YB-Trainer. «Deshalb ist dies ein sehr guter Punkt, den wir aus Luzern mitnehmen.» Für Rochat kam Thomas Fekete, der am 19. Mai 18 Jahre alt geworden ist, erstmals in die Startformation. Auf der rechten Seite verteidigte erneut der 19-jährige Florent Hadergjonaj, und den Platz im Mittelfeld für den gesperrten Routinier Christoph Spycher nahm der ebenfalls 19-jährige Leonardo Bertone ein.

Tatsache ist aber: Die Young Boys sind mittlerweile seit sieben Runden ohne Sieg. Den letzten Dreier holten sie am 10. August auf dem Brügglifeld, beim 4:0 gegen Aufsteiger Aarau. Und auch in Luzern schlitterten die Young Boys haarscharf an einer weiteren schmerzlichen Niederlage vorbei: Nach 69 Minuten entschied Schiedsrichter San nach einer Intervention von Afum an Kahraba auf Elfmeter. Goalie Wölfli wehrte den Schuss von Bozanic ab und hielt so seine Mannschaft im Spiel.Ein 2:0 zu diesem Zeitpunkt wäre wohl die Entscheidung gewesen. Dem Spielverlauf indes hätte ein Luzerner Sieg nicht entsprochen. Dazu machte das Team nach dem frühen Führungstor zu wenig. Erstaunlich, dass die Zentralschweizer nach dem 1:0 nicht in der Lage waren, die Young Boys unter Druck zu setzten und ihnen den Rhythmus aufzuzwingen. Die Berner wirkten wohl mit ihren Angriffsbemühungen auch nicht sehr zwingend, aber sie schufen sich dennoch ein Chancenplus. Zárate, der nach seiner vierten Verwarnung im nächsten Spiel gesperrt ist, vergab bereits nach 45 Sekunden eine erstklassige Möglichkeit, auch Frei und Nuzzolo waren vor der Pause nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe, als sie fünf Meter vor dem Tor den Ball verstolperten.

Lob für die Jungen

Und trotz dem Cornerverhältnis von 11:3 für die Gäste: Bei Freistössen und Eckbällen kam kaum ein YB-Spieler zu einem Kopfball. Und Fekete musste ganz schnell Lehrgeld bezahlen. Nach fünf Minuten liess er sich den Ball von Lezcano wegspitzeln, der 19-jährige Ägypter Mahmoud Kaharba erfasste die Situation blitzschnell und brachte Luzern mit dem ersten Torschuss in Führung. «Ich ärgere mich sehr über diesen Fehler», sagte Fekete. «Deshalb habe ich nach diesem Unentschieden gemischte Gefühle.»

Forte aber lobte die Jungen. «Sie haben sich sehr gut gehalten, auch Thomas Fekete fing sich nach seinem Fehler auf. Ich bin froh, dass ich ihn nicht auswechseln musste.» Die Leistung von Goalie Wölfli nannte Forte «sensationell». Die Feststellung, dass YB nach 12 Runden nun bereits 7 Punkte hinter Leader Basel zurückliegt, bezeichnete Forte dagegen als «uninteressant». Viel lieber macht er auf Optimismus. «Ich bin überzeugt, dass wir am nächsten Wochenende gegen Aarau auf die Siegesstrasse zurückkehren werden.»

Der Bund

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