Ein lakonischer Denkanstoss und ein besonnener Penalty-Pfiff

Über die prägendste Szene des Derbys zwischen YB und Thun herrscht bei den Beteiligten Einigkeit. Und David von Ballmoos zeigt sich schlagfertig.

YB-Flügel Fassnacht hatte mit seinem Kopfball in der heikelsten Szene der Partie ein Handspiel von Thun-Verteidiger Glarner (links im Bild) provoziert.

YB-Flügel Fassnacht hatte mit seinem Kopfball in der heikelsten Szene der Partie ein Handspiel von Thun-Verteidiger Glarner (links im Bild) provoziert. Bild: Manuel Geisser

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Da standen sie nun. Der eine hatte den anderen vor Probleme gestellt, und der andere, der wurde vom einen überrascht. Zusammen konnten sie am Ende darüber lachen, Christian Fassnacht und Stefan Glarner.

1:1 stand es nach einem unterhaltsamen Berner Derby, und YB-Flügel Fassnacht hatte mit seinem Kopfball in der heikelsten Szene der Partie dieses Handspiel von Thun-Verteidiger Glarner provoziert. Vom Dauerregen noch immer wassertriefend standen die beiden nach dem Spiel vor der Kabine, gaben Rücken an Rücken Auskunft.

«Es ging alles sehr schnell», sagte Glarner, «Absicht war es nicht.» Das beurteilte auch Schiedsrichter Stephan Klossner so, sein Pfiff kam sofort, und seine Entscheidung zeugte von Geistesgegenwart: Penalty ja, Platzverweis nein. «Eine korrekte Entscheidung», sagte der Bestrafte selber wenig überraschend, Fassnacht pflichtete ihm bei.

«Das ist sehr hypothetisch»

Eine Rote Karte in der 18. Spielminute hätte das Geschehen sehr wahrscheinlich in eine andere Richtung gelenkt. Bei den Trainern war die Szene im Anschluss kaum ein Thema, was ebenso für ein korrektes Augenmass von Klossner spricht. 

Und so war der Weg schliesslich frei für einen offenen, ziemlich hart geführten, aber jederzeit fairen Schlagabtausch im kantonsinternen Vergleich. Roger Assalés Penaltytor glich Marvin Spielmann spät aus, und überhaupt überkam den Betrachter in dieser Schlussphase das Gefühl, da wäre für den Gastgeber gar mehr dringelegen. «YB musst du vom Angreifen abhalten, dann hast du eine Chance», erklärte Glarner. «Uns fehlte im zweiten Durchgang eine gewisse Konsequenz», räumte Fassnacht ein.

Es ist ja eine Frage, mit der sich die in der Meisterschaft noch immer in überlegener Manier voranschreitenden Stadtberner vielleicht noch öfters werden herumschlagen müssen: Wie steht es um die Spannung? Droht sie in der Mannschaft abzufallen? Der FC Basel kam am Samstagabend gegen St. Gallen nicht über ein 1:1 hinaus.

Für einmal war schon vor dem wöchentlichen YB-Auftritt klar, dass der immense Vorsprung von 19 Punkten nicht um drei Längen würde schmelzen können. Nach dem Remis im Derby bleibt er unverändert. «Ich weiss nicht, wie wir etwa heute gespielt hätten, wenn wir nur 2 Punkte vor Basel liegen würden», sagt Fassnacht, «doch das ist halt sehr hypothetisch.»

Vielleicht fehlte am Sonntag im einen oder anderen Moment tatsächlich das eine oder andere Prozent an Biss. Einen Unterschied macht das bei den aktuellen Stärkeverhältnissen nicht. Und YB-Goalie David von Ballmoos hält für die allwochenendlichen Rechenspiele einen lakonischen Denkanstoss bereit: «Wir haben uns diesen Vorsprung selber erarbeitet, also verwalten wir ihn auch selber.»

Fassnacht und Glarner, der eine knuffte den anderen noch einmal freundschaftlich in die Seite, man langte zwar im Spiel auch mal ordentlich zu, so richtig wehtun aber konnte das 1:1 am Sonntag in Fussballbern ja keinem. Der YB-Vorsprung ist zu gross. Und das noch immer offizielle Thuner Saisonziel Ligaerhalt kaum in Gefahr. 

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.02.2019, 10:44 Uhr

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