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Ein Fuss bewegt Paris

Spielt er oder spielt er nicht? Neymar soll mit seinem Haarriss im Fuss nächste Woche bereits wieder gegen Real auf dem Platz stehen. Doch ein ähnlicher Fall schreckt ab.

Neymar fällt aus. Bloss: wie lange?
Neymar fällt aus. Bloss: wie lange?
Keystone

Es läuft die 77. Minute im französischen Klassiker zwischen Paris St.-Germain und Olympique Marseille. Das Spiel ist längst entschieden, 3:0 führen die Pariser, als Superstar Neymar nach einem vermeintlich harmlosen Zweikampf mit dem Marseiller Verteidiger Bouna Sarr liegen bleibt.

Erst bei genauerem Hinsehen wird klar: Der rechte Fuss des Brasilianers ist gegen aussen geknickt, der 26-Jährige schreit und wird unter Tränen vom Platz getragen. Und das ausgerechnet zehn Tage vor dem so wichtigen Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid, in dem eine 1:3-Niederlage wettgemacht werden soll.

Die Verletzung lässt nun Raum für Spekulationen. Und die überschlugen sich in den vergangenen Stunden regelrecht. Wie lange fällt Neymar aus? Wird er es rechtzeitig zum Spiel gegen Real zurück in die Mannschaft schaffen? PSG gab bekannt, dass sich der Brasilianer einen Haarriss im Mittelfuss zugezogen habe, über die Dauer des Ausfalls, gab sich der Club aber bedeckt. Meldungen, dass sich Neymar einer Operation unterziehen muss, wurde von PSG-Coach Unai Emery dementiert: «Ich habe heute Morgen mit dem Arzt gesprochen. Ich denke, es gibt eine kleine Chance, dass er für die Partie gegen Real bereit ist.»

Der Fall Neuer schreckt ab

Doch ein ähnlicher Fall lässt aufhorchen. Ein fast ebenso prominenter Fussballer pausiert mit der gleichen Verletzung bereits seit vergangenem September: Manuel Neuer, Goalie bei den Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Lediglich in drei Bundesliga-Spielen zu Beginn der Saison konnte der etatmässige Captain mittun, seither wird er von Sven Ulreich vertreten. Immerhin: Für die WM gab Neuer vor zwei Wochen Entwarnung. Er gehe fest davon aus, dass er in Russland dabei sein werde.

Um die WM und den ersten Einsatz gegen die Schweizer Nationalmannschaft muss sich Neymar grundsätzlich keine Sorgen machen. Es sei denn, ihm wird zu früh erlaubt, wieder auf den Platz zurückzukehren. Genau diesen Fehler machten die Verantwortlichen der Bayern bereits im Frühjahr 2017. Nach dem ersten Haarriss im März wurde dem 31-jährigen Neuer in einem kleinen Eingriff eine Schraube zur Stabilisation eingesetzt. Die Bayern brauchten ihren Goalie für das Viertelfinal-Rückspiel gegen – so will es wohl der Zufall – Real Madrid.

Das Experiment ging schief, Neuer verletzte sich erneut auf Höhe der Schraube, kam zu Beginn der Bundesliga-Hinrunde zurück und fiel kurz später und bis jetzt wieder aus. Die Bayern haben daraus gelernt und gönnen ihrem Captain nun lieber zu viel Zeit als zu wenig, damit dieser sich vollständig erholen kann. PSG täte gut daran, schon von Anfang an das Gleiche zu tun, denn in Brasilien erinnern sie sich noch daran, wie das letzte WM-Spiel ohne Neymar endete. Gegen Deutschland und Manuel Neuer.

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