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Eigentor – der FC Basel schlug sich selbst

Auch im zweiten Gruppenspiel der Champions League ist der FC Basel leer ausgegangen. Der Schweizer Meister verliert bei Sporting Lissabon mit 0:2 (0:0).

Nur 20'000 Zuschauer waren ins Alvalade-Stadion gepilgert, um Sporting gegen den FC Basel spielen zu sehen.
Nur 20'000 Zuschauer waren ins Alvalade-Stadion gepilgert, um Sporting gegen den FC Basel spielen zu sehen.
Keystone
Basel-Trainer Christian Gross stachelte an und mahnte zur Mässigung, wollte seine Mannschaft konstruktiv gegen vorne spielen und gleichzeitig hinten dicht halten sehen. Vergeblich.
Basel-Trainer Christian Gross stachelte an und mahnte zur Mässigung, wollte seine Mannschaft konstruktiv gegen vorne spielen und gleichzeitig hinten dicht halten sehen. Vergeblich.
Keystone
Die mitgereisten Basler Anhänger verschafften sich lautstark Gehör. Immerhin: Anders als vor einem Jahr im Uefa-Cup musste sich ihre Mannschaft nicht dominieren lassen und hatte ihre Chancen.
Die mitgereisten Basler Anhänger verschafften sich lautstark Gehör. Immerhin: Anders als vor einem Jahr im Uefa-Cup musste sich ihre Mannschaft nicht dominieren lassen und hatte ihre Chancen.
Keystone
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Krass unterlegen war der Schweizer Meister gewiss nicht, aber offensiv fehlte das Format zum erhofften Exploit.

Mut und Intelligenz allein genügen in der Königsklasse des europäischen Fussballs nicht zur Ehrenmeldung. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, traf aber im Falle Basels ziemlich genau zu. Selbstverschuldet und durch ein Eigentor von Reto Zanni (55.) durchkreuzten die Basler ihren Wunschplan. Das späte 2:0 von Derlei (86.) raubte ihnen die letzte Hoffnung auf einen allfälligen Schlussspurt.

Nicht chancenlos

Chancenlos wie im Februar beim letzten Rendezvous mit dem 18-fachen portugiesischen Meister war der Leader der Super League zwar nicht. Abraham und Huggel vergaben vor und nach dem Rückstand je eine Möglichkeit, dem Favoriten die Pflichtaufgabe erheblich zu erschweren. Vom Remis trennte der FCB gleichwohl (zu) viel. Der erst nach einer Stunde eingetretene (und angeschlagene) Ivan Ergic vermochte das Angriffsspiel nicht mehr entscheidend zu beleben.

Aus Sicht der Verlierer traf die beste Kunde aus dem fernen Donezk ein. Den Ukrainern entglitt gegen Barcelona in letzter Sekunde ein Unentschieden. Vor den katalanischen Wochen - Basel trifft nun zweimal auf den spanischen Giganten - ist wenigstens der Rückstand auf Platz 3, der zur Fortsetzung im Uefa-1/16-Final berechtigen würde, nicht angewachsen.

Kontrolle und Orientierung verloren

Die Lage spitzte sich mit Ankündigung zu. Sekunden vor der Pause zwang Derlei Basels zuvor kaum beschäftigter Keeper Franco Costanzo zu einer ersten brillanten Parade. Nach wenigen Minuten in der zweiten Hälfte rückte Derlei ein zweites Mal in den Brennpunkt. Sein Kopfball prallte zum Vorteil der Basler vom Pfosten zurück.

In der 55. Minute verspielten die Basler ihren «Aussenseiterbonus» dann aber gleich selber. Die zuvor mehrheitlich gut gruppierte Defensive verlor für einen Wimpernschlag die Kontrolle und der 22-jährige Abwehrchef David Abraham die Orientierung. Im portugiesischen Stossverkehr schoss der Argentinier Reto Zanni an. Der Querschläger senkte sich zum Frust der Gäste hinter dem machtlosen Torhüter Costanzo.

Nach dem unnötigen 0:1 drohte dem FCB bereits beim nächsten Angriff der Südeuropäer der endgültige Knock-out-Schlag. Romagnoli verfehlte das Tor lediglich um Zentimeter. Sporting drosselte das Tempo aber überraschend schnell wieder und begnügte sich vorwiegend damit, den Ball und das zwar spannende, aber kaum je überdurchschnittliche Spiel zu kontrollieren. Im Sinne der nur knapp 23'000 Zuschauer war der zurückhaltende Auftritt der Gastgeber nicht. Sie beschwerten sich bereits nach 45 Minuten mit Pfiffen über die mässige Abendunterhaltung.

Basel muss sich ausser der unglücklichen Eigentorszene nicht allzu viel vorwerfen lassen. Taktisch verhielten sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bis zum Rückstand einigermassen clever. Nach der Führung der Portugiesen fehlten ihnen schlicht die Mittel zur Reaktion. Einzig Beni Huggel bot sich eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Sportings Keeper Rui Patricio stoppte den Sololauf des Internationalen aber vorzeitig.

Zwei Abfangjäger - gleiches Resultat

Wenigstens die befürchtet frühe Umklammerung des Aussenseiters fand im halb leeren José-Alvalade-Stadion nicht statt. Basel gestand den Einheimischen den gewünschten Raum zur spielerischen Entfaltung in den ersten 45 Minuten nicht zu. João Moutinho, der Chef der portugiesischen Dribbler, kam lange so wenig zur Geltung wie die anderen Unterhalter von Sporting. Die Massnahme von Christian Gross, vor der international unerfahrenen Abwehrkette mit Huggel und Gelabert gleich zwei «Abfangjäger» zu platzieren, erwies sich als geeignet.

Mit dieser angebrachten Strategie der Vorsicht vermied der FCB zumindest, bereits zu Beginn unter massiven Druck zu geraten. Ein ähnlicher Fehlstart wie im Februar, als Sporting im Uefa-Cup die Bebbi in beiden Partien früh vom Kurs abdrängte, blieb ihnen erspart - die dritte deutliche Niederlage in Serie gegen Sporting hingegen nicht. Mehr als die Verzögerung der Zäsur lag in Lissabon nicht drin.

si/fal

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