Die Wolken über dem Thuner Stadion lichten sich allmählich

Jahrelang haben sich Thun und die Stadiongenossenschaft wegen des Mietzinses gestritten. Nun gibt es eine Kompromisslösung.

Alles wieder im grünen Bereich: Die Involvierten der Stockhorn-Arena haben sich im Interesse der Sache zusammengerauft.

Alles wieder im grünen Bereich: Die Involvierten der Stockhorn-Arena haben sich im Interesse der Sache zusammengerauft.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Ruedi Kunz

Erstaunliches hat sich in den letzten Tagen in Thun zugetragen. Dort sind zwei Parteien, die jahrelang das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatten, kurz vor Torschluss über ihren Schatten gesprungen und haben in einem alten Streitpunkt eine Kompromisslösung gefunden.

Dabei geht es um die Höhe des Mietzinses, den der FC Thun der Stadiongenossenschaft Arena Thun entrichten muss. Der wird in Zukunft einiges tiefer sein als die monatlich 110 000 Franken, welche im Sommer 2013 vereinbart und vom Fussballclub schon nach wenigen Monaten als zu hoch empfunden wurden. Herumgeboten wird eine jährliche Summe von 500'000 bis 600'000 Franken. Hinzu kommen Nebenkosten von 200'000 bis 300'000 Franken. FCT-Präsident Markus Lüthi mag sich zur neuen Vereinbarung nicht äussern, bevor sie unterschrieben ist. Das geschieht mit grösster Wahrscheinlichkeit bereits am Freitag.

«Guten Geist» gespürt

Ein gültiger Mietvertrag ist wie die Nutzungsbewilligung für das Stadion essenzieller Bestandteil des Lizenzgesuches für die Saison 2016/17, welches bis Anfang März eingereicht werden muss.

Aufgrund der jüngsten Entwicklung ist Lüthi zuversichtlich, die Lizenz in erster Instanz zu erhalten.

Grossen Anteil an der Entkrampfung des Verhältnisses zwischen dem FC Thun, der Stadiongenossenschaft Arena Thun sowie den Investorenvertretern von HRS und Arco Real Estate Development haben führende Köpfe der Burgergemeinde Thun und der Stadt. Burgerpräsident Markus Engemann und Stadtpräsident Raphael Lanz haben die verkrachten Protagonisten überzeugen können, im Interesse der Sache – sprich eines funktionierenden Profifussballbetriebs in Thun – von ihren vormals mit aller Vehemenz vertretenen Standpunkten abzurücken.

«Wir haben noch nicht alles zu Boden diskutiert, doch wir sind auf einem guten Weg», sagt Engemann auf Anfrage. Bei der jüngsten Zusammenkunft habe er «einen guten Geist gespürt». Dieser soll in den nächsten Monaten genutzt werden, um weitere offene Fragen zu klären.

Stadionverkauf ist nicht geplant

Ein wichtiger Punkt ist die Führung des Stadionbetriebs, die seit der Stilllegung der Arena Thun AG interimistisch vom FC Thun sowie der Migros Aare besorgt wird. «Wir wollen im Innern der Arena die Fäden in der Hand behalten», stellte Lüthi kürzlich gegenüber dem «Thuner Tagblatt» klar. Es werde aber unter der Führung des FCT «keine grossen Anlässe abseits des Fussballs geben».

Was klar ist: Die Investoren, die die Mehrheit der Anteilscheine der Stadiongenossenschaft halten, haben kein Interesse mehr, ihre Tochtergesellschaft Arena Thun AG wiederzubeleben. Mit gutem Grund: Die Firma schrieb in den etwas mehr als vier Geschäftsjahren immer rote Zahlen. Zuletzt hätten sie rund 1,6 Millionen Franken in die AG eingeschossen, sagt Investorenvertreter Ferdinand Locher. Die Deckung von allfälligen Defiziten war Teil einer fünfjährigen Betriebsverpflichtung.

Die Investoren haben nicht vor, nach deren Ablauf im Sommer 2016 weitere Zuschüsse zu gewähren. «Was aber nicht heisst, dass wir mit dem Stadion nichts mehr zu tun haben wollen», so Locher. Weder hätten sie vor, die Anteilscheine abzustossen, noch einen Käufer für die Stockhorn-Arena zu suchen.

Der Bund

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