Die Fifa und die 30'000-Franken-Putzfrau

Im Haus der Generalsekretärin wurde offenbar besonders fleissig geputzt – auf Kosten der Fifa.

Leistete sich eine Putzfrau für über 30'000 statt 5000 Franken: Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura neben Präsident Gianni Infantino.

Leistete sich eine Putzfrau für über 30'000 statt 5000 Franken: Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura neben Präsident Gianni Infantino.

(Bild: Reuters)

Ueli Kägi@ukaegi

Die Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura hat es offenbar gerne sauber. Als die Senegalesin im Sommer 2016 zum Weltverband kam, hatte sie bald eine Reinigungshilfe für den Privathaushalt: Fünfmal pro Woche sollte eine Fachkraft während jeweils zwei Stunden die Wohnung in Küsnacht putzen. Für 28 Franken pro Stunde. Und bezahlt von der Fifa.

Der Dienst startete Mitte August, bis Ende Jahr hätten so Kosten von rund 5000 Franken zusammenkommen sollen. Tatsächlich aber blieb es nicht bei diesem Betrag. Wie der «Spiegel» berichtet, entdeckten die Wirtschaftsprüfer von PWC zum Jahresabschluss 2016 Zusatzkosten in der Höhe von 28’183 Franken, in Rechnung gestellt von der im Facility Management und damit auch im Reinigungsbereich tätigen Firma SCJ.

SCJ soll die Fifa mit ihren zahlreichen Immobilien als einzige Kundin haben. Im Fall von Samoura hat das Reinigungsunternehmen gemäss «Spiegel» aber nicht nur die angedachten knapp 200 Arbeitsstunden verrechnet, sondern 1000. Und bezahlt hat die Differenz nicht Samoura, sondern ebenfalls die Fifa.

«Ist die Putzaffäre Nachlässigkeit der neuen Frau an der Spitze? Oder ein Fall von Untreue, also ein Skandal?», fragt das deutsche Nachrichtenmagazin. Und spekuliert. Nachdem PWC den Vorfall aufgedeckt habe, sei Samoura vom Rechnungsprüfer persönlich informiert worden. Samoura habe daraufhin der Fifa das Geld zurückbezahlt. Die Fifa-Kontrollorgane hingegen seien nicht informiert worden.

Samoura beteuerte intern angeblich, sie habe weder gewusst, dass viel mehr als die vereinbarten 10 Wochenstunden geputzt worden sei, noch dass die Fifa die zusätzlichen Kosten übernommen habe. Gegenüber dem «Spiegel» hat sie ihre Unschuld bekräftigt, aber keine konkrete Stellungnahme abgeben wollen. SCJ lässt verlauten, die Firma habe die «vertraglichen Regelungen in jeder Hinsicht eingehalten».

DerBund.ch/Newsnet

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