Wieder ein 1:1, das YB nicht glücklich macht

Die Young Boys erreichen in St. Gallen das dritte Unentschieden in Serie und die Unruhe bleibt.

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Viel hat sich in fussballerischer Hinsicht an diesem Wochenende aus Berner Sicht nicht bewegt. Es war so wie immer in dieser noch jungen Saison: Der FC Basel gewinnt und YB spielt unentschieden.

Und so hat der FC Basel nach drei Runden schon wieder sechs Punkte Vorsprung auf die Young Boys. Während der FCB Sion souverän mit 3:0 aus dem St. Jakob-Park fegte, mussten die Young Boys um ein Penaltygeschenk von Schiedsrichter Bieri froh sein, um durch Gajic in der 89. Minute wenigstens noch den Ausgleich zum 1:1 zu erreichen. Bieri hatte ein Foul von Mutsch an Tabakovic gesehen.

Der Schiedsrichter hatte wohl durch die diversen Kommunikationsmöglichkeiten auf dem Feld mitbekommen, dass sein zuvor ausgesprochener Platzverweis an Miralem Sulejmani ein Witz gewesen war und liess sich so zu einer Kompensation verleiten. Der Serbe war in der 84. Minute bei der Hatz um den Ball gegen St. Gallens Goalie Lopar zu spät; als er das realisierte, zog er das Bein zurück und versuchte den Aufprall mit Lopar zu verhindern, touchierte aber den Goalie leicht. Dennoch schickte ihn der Schiedsrichter mit der Gelb-Roten Karte vom Feld. «Das ist der erste Platzverweis in meiner Karriere», sagte Suljemani. «Aber da war nichts. Ich versuchte, den Torhüter zu umkurven.»

Korrektes Tor nicht anerkannt

Die erste Verwarnung hatte Suljemani in der 37. Minute erhalten, als er trotz des Abseitspfiffes von Bieri den Ball flach in die Torecke von Lopar schob. Die TV-Bilder zeigen aber: Suljemani stand nicht im Abseits und erzielte das Tor aus korrekter Position.

«Es kamen Pech und Schwefel zusammen», sagte Forte zu dieser Szene. Er hatte in St. Gallen ein Team mit einer verbesserten Leistung gesehen, eines, das nicht aufgab und zuletzt mit einem gerechten 1:1 honoriert wurde. Der YB-Trainer wirkte vor den Journalisten indes angespannt und etwas enerviert, so wie er das schon am Donnerstag nach dem 1:3 gegen Monaco in Bern bei einem Medientreffen gewesen war.

Damals sprach er von einer Kampagne, die gegen ihn geführt werde.Als er im Presseraum im Untergrund der AFG Arena erneut auf dieses Thema angesprochen wurde, nannte er die «Zeitung mit den grossen Lettern» als Verantwortliche. Doch am Donnerstag hatte Forte auch Stimmen aus den Logen erwähnt, die für Unruhe sorgten. Selber habe er dies nicht gehört, da er sich ja während des Spiels unten am Spielfeldrand befinde. Doch er habe gute Freunde, auf die er sich verlassen könne und die ihn zuverlässig informieren würden.

Das grosse Tamtam

«Dass es nach zwei Runden so ein Tamtam gibt, das habe ich noch nie erlebt. Aber bei YB ist das offenbar so. Ich wusste ja, worauf ich mich einliess, als ich in Bern unterschrieb», sagte Forte.

Auf die Frage, welchen Einfluss dieses 1:1 auf seine Zukunft bei YB habe, antwortete Forte folgendermassen: «Das kann ich nicht beurteilen. Das müssen andere entscheiden. Ich konzentriere mich auf die Arbeit mit meiner Mannschaft. Nur das interessiert mich.»

Heute Montag fliegt YB ans französische Mittelmeer, am Dienstag geht es gegen Monaco zum Rückspiel der Qualifikation um die Champions League. Die Chancen, nach dem 1:3 aus dem Hinspiel noch die nächste Runde zu erreichen, sind minim.

Und Forte muss abwägen. Soll er mit seinem Team gegen Monaco nochmals alles riskieren, oder soll er angeschlagene Schlüsselspieler für das Derby am Sonntag gegen Thun schonen? Gegen St. Gallen musste der Trainer mit Hoarau, Sanogo und Steffen auf verletzte oder kranke Leistungsträger verzichten.

Siege wären hilfreich, um diejenigen, die den grossen Gong schlagen und das «Tamtam» veranstalten, ruhig zu stellen. Gegen Monaco ist Suljemani nach seinem Platzverweis spielberechtigt, er fehlt aber gegen Thun am Sonntag. In St. Gallen spielte er auf der rechten Seite, da sein «Backup» Nuzzolo aufgrund der Verletzungsliste ebenfalls in der Startformation figurierte. Suljemani hatte erneut gute und schlechte Momente. Er bereitete mit einem starken Zuspiel Nuzzolo eine grosse Möglichkeit vor, dieser vermochte aber Lopar nicht zu bezwingen. Aber Suljemani war mit einem Ballverlust auch Ausgangspunkt des Konters, den St. Gallen durch Bunjaku zum 1:0 nutzte (56.).

Von der Dominanz und Ballsicherheit, die YB phasenweise im letzten Viertel der vergangenen Saison vor allem in den Heimspielen auszeichneten, ist zurzeit nichts zu sehen. In St. Gallen war Goalie Mvogo erstmals in dieser Saison ohne Fehler, aber die Mannschaft war erneut nicht in der Lage, zu Null zu spielen. Und vorne vergaben Afum und Kubo die Möglichkeiten, die sie nutzen müssten, wenn sie endlich Stammspieler werden wollen.

DerBund.ch/Newsnet

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