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Der Zerfall eines legendären Clubs

1998 noch deutscher Meister, befindet sich der 1. FC Kaiserslautern im freien Fall Richtung 3. Liga. Wie konnte es so weit kommen?

Symbol für die FCK-Krise: Lukas Spalvis, der gegen Heidenheim Rot sah, kauert ratlos auf dem Rasen.
Symbol für die FCK-Krise: Lukas Spalvis, der gegen Heidenheim Rot sah, kauert ratlos auf dem Rasen.
Keystone

Die Lage in Kaiserslautern ist alarmierend: 18. und letzter Platz in der 2. Bundesliga, nur zwei Siege aus 16 Partien, bereits sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16. Hoffnung macht den Fans des vierfachen Meisters und DFB-Pokalsiegers eigentlich nur noch, dass die Mannschaft wenigstens kämpft. Sehr unglücklich allerdings. Am Freitag kassierten die Lauterer gegen Heidenheim in der Nachspielzeit durch einen Freistoss aus 30 Metern noch das 2:2, nachdem sie zweimal ausgeglichen hatten, einmal davon sogar in Unterzahl. Lukas Spalvis, Schütze zum 1:1 und Schuldiger am Heidenheimer 2:1 per Penalty, war nach dem Elfmeter-Foul wegen eines Kopfstosses vom Platz geflogen.

Neben den sportlichen drücken den FCK auch wirtschaftliche Sorgen. Ein Abstiegwürde wohl bedeuten, dass der Club das ehrwürdige, mit 2,4 Millionen Euro Jahresmiete aber sehr kostspielige Fritz-Walter-Stadion verlassen muss. Meldungen über einen möglichen Abriss der rund 50'000 Zuschauer fassenden Spielstätte wies die Stadt Kaiserslautern aber immerhin zurück.

Die Rettung für den 1. FC Kaiserslautern könnte der Einstieg eines Investors sein, der auch das Stadion kaufen wolle. Doch wird das nicht von heute auf morgen geschehen. Verhandlungen seien zwar aufgenommen, «aber noch fernab von irgendwelchen Unterschriften», sagte FCK-Vorstandschef Thomas Gries Anfang November. An der Jahreshauptversammlung am Sonntag ist dieses Thema eines der Traktanden. Bis 2003 hatte das Fritz-Walter-Stadion dem Verein gehört, der damalige Vorstandschef René C. Jäggy musste es aber wegen der finanziellen Schieflage verkaufen.

Ohne Investor wird es für die Lauterer schwierig, im Abstiegsfall die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten. Das würde die Verbannung in die viertklassige Regionalliga bedeuten. Dieses Schicksal ereilte im vergangenen Sommer schon den früheren Bundesligisten 1860 München.

Die Konstanz, die den FCK lange ausgezeichnet hatte, ist in den letzten Jahren komplett verloren gegangen. Vor dieser Saison verliessen 19 Spieler den Club, 14 Neue kamen. Die Vereisführung steht in der Kritik, weil nur das Aufsichtsratsmitglied Mathias Abel als früherer FCK-Profi Fussballkompetenz besitzt. «Viele im Vorstand beim FCK kennen sich mit Fussball nicht aus. Das müssen sie auch nicht, aber dann müssen diese Leute sich gute Unterstützung holen», analysierte Andreas Brehme, einer der grossen Spieler der Clubhistorie, die Situation. Im Sommer hatte sich ein Engagement der Vereinslegende Hans-Peter Briegel wegen «Vorbehalten im Vorstand» zerschlagen.

Das Publikum lässt den 1. FC Kaiserslautern seine Skepsis spüren. Kamen in den letzten beiden Bundesligajahren 2010/11 und 2011/12 noch 46'339 respektive 42'429 Fans im Schnitt, waren es zuletzt noch 20'464. Tiefpunkt sind die 16'613 gegen Aue.

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