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Der ungeliebte Torgarant

Wayne Rooney ist zurück beim Jugendverein FC Everton. Der oft kritisierte Rekordtorschütze versucht seine Karriere neu zu lancieren.

Wayne Rooney debütierte 2002 als 16-Jähriger für Everton in der Premier League. Er wechselte 2004 für 27 Millionen zu Manchester United.
Wayne Rooney debütierte 2002 als 16-Jähriger für Everton in der Premier League. Er wechselte 2004 für 27 Millionen zu Manchester United.
Reuters
Am 28. September 2004, in seinem ersten Spiel, erzielte Wayne Rooney gegen  Fenerbahçe einen Hattrick. 250 weitere Tore folgten über die nächsten 13 Jahre.
Am 28. September 2004, in seinem ersten Spiel, erzielte Wayne Rooney gegen Fenerbahçe einen Hattrick. 250 weitere Tore folgten über die nächsten 13 Jahre.
Reuters
Seit diesem Sommer versucht Rooney sein Glück in der nordamerikanischen MLS bei D.C. United. Am 15. Juli feierte er sein Debüt.
Seit diesem Sommer versucht Rooney sein Glück in der nordamerikanischen MLS bei D.C. United. Am 15. Juli feierte er sein Debüt.
Patrick McDermott/Getty Images
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Es ist ruhiger geworden um Wayne Rooney. Der Junge, der einst mit 16 Jahren sein Debüt in der Premier League gegeben hatte, beendete eine für ihn schwere letzte Saison mit dem Gewinn der Europa League. Rooney spielte unter José Mourinho immer seltener und kam in einer von Verletzungen geprägten Saison auf nur 25 Spiele und fünf Tore in der Premier League. Nun steht er wieder in den Schlagzeilen. Er kehrt zurück zu Everton, um im Herbst seiner Karriere noch einmal für seinen Jugendverein zu spielen.

2004 verliess ein 18-jähriger Wayne Rooney Everton und wechselte für 27 Millionen Pfund zu Manchester United. Bereits in seinem ersten Spiel gelang ihm in der Champions League gegen Fenerbahçe Istanbul ein Hattrick. 2011 erzielte er mit seinem Seitfallzieher gegen Manchester City gemäss Sir Alex Ferguson das wohl beste Tor in der Geschichte des Old Trafford.

Erfolgreich, aber dennoch in der Kritik

Rooney gewann alles, was es zu gewinnen gibt im Clubfussball, fünf Meisterschaften, 2008 die Champions League, 2016 den FA Cup, dreimal den Ligacup und zuletzt die Europa League. Er wurde Rekordtorschütze der Red Devils, als er Ende Januar gegen Stoke City zum 250-mal für United traf und damit den legendären Sir Bobby Charlton überholte. Seit dann kamen allerdings nur noch drei Tore hinzu, er beendet seine United-Karriere mit 253 Toren.

Der 31-jährige polarisiert in England wie kaum jemand. Seit seiner Jugend steht er im Mittelpunkt der englischen Medien. Keiner wird so hart kritisiert wie er, und trotz all seinen Erfolgen werden seine Leistungen für England und Manchester United kaum anerkannt. In England wird er immer mit Messi oder Ronaldo verglichen und dafür bestraft, dass er nicht so gut wie sie ist. Er und Englands Nationalmannschaft werden kritisiert, wenn andere englische Teams Titel holen. Ähnlich wie bei David Beckham wird seine Leistung wohl erst richtig gewürdigt, wenn er England verlässt oder seine Karriere beendet. Er gewann mehr Titel für United als Sir Bobby Charlton, George Best, Eric Cantona oder Cristiano Ronaldo und bestritt mehr Spiele als sie alle. Dennoch erhielt er nie die gleiche Liebe und Anerkennung wie sie.

Einer der Gründe dafür ist, dass er sich immer wieder Ausrutscher abseits des Feldes leistet. Zum Beispiel verspielte er kürzlich 500'000 Pfund in einem Casino, oder seine Rote Karte gegen Portugal im Viertelfinal der WM 2006. Obwohl er Captain der Nationalmannschaft und von United war und für beide Rekordtorschütze ist, gibt man ihm die Schuld, wenn es bei einer WM oder einer EM für England wieder nicht zu einem Titel reicht. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass er bei Manchester United spielte, dem vermeintlich grössten englischen Club und Rekordmeister, mit Fans weltweit. In England hingegen ist der Club bei den meisten Leuten, abgesehen von Manchester, unbeliebt und kritisch angesehen. Und selbst die Stadt muss sich der Club teilen.

WM in Russland im Blick

Für Rooney war immer klar, dass er nur für einen anderen Premier League Club spielen würde, sollte er United je verlassen: Everton. Nun versucht er den Toffees zu helfen, den ersten Titel seit dem Sieg im FA Cup 1995 zu gewinnen. Er hofft, seine Karriere neu lancieren zu können, und nimmt dabei auch eine Lohneinbusse in kauf. Das Ziel ist klar: Rooney will sich zurück ins englische Team spielen, um im kommenden Sommer bei der WM in Russland dabei zu sein.

Zuletzt wurde er vom englischen Nationaltrainer Gareth Southgate nicht mehr aufgeboten. Vielleicht geht sein Plan auf, und er erhält einmal mehr die Chance, den Engländern den so ersehnten Titel zu sichern. Mit dem Wechsel zu Everton zurück zu seinen Anfängen wird sich zeigen, ob er bei den Fans und in den Medien in ein besseres Licht rückt und endlich die verdiente Anerkennung erhält.

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